Modehaus Eitzenhöfer von Familie Kreisz ist nach fünfeinhalbmonatiger Bauzeit kaum wiederzuerkennen

Neues Großstadtflair im Mittelzentrum

Eine moderne Treppe verbindet die beiden Verkaufsebenen im Modehaus Eitzenhöfer. Mit Handwerkern und Mitarbeitern feierten André und Marion Kreisz sowie Seniorchef Martin Eitzenhöfer (von rechts) den Abschluss der Modernisierung. Foto: Rouven Raatz

Frankenberg - Nach nicht einmal sechsmonatiger Bauzeit präsentiert sich das Modehaus Eitzenhöfer in der Bahnhofstraße in einem neuen Gewand. Im Inneren bildet eine moderne Treppe zwischen den beiden Verkaufsebenen den neuen Mittelpunkt.

Noch ehe die ersten Kunden am Freitagmorgen das Modehaus mitten im Stadtsanierungsgebiet betraten, feierten Marion und André Kreisz mit Mitarbeitern, Vertretern der Stadt und den am Bau beteiligten Handwerkern aus der Region den vorläufigen Abschluss der Bauarbeiten, wenngleich kleinere Gewerke auch in den nächsten Tagen noch anstehen. „Wir haben es geschafft, jetzt können wir das Glas erheben“, sagte André Kreisz und machte keinen Hehl daraus, dass die Monate kräftezehrend waren.

Dank an die Mitarbeiter

Und dies für alle Beteiligten. Denn das Modehaus wurde bei laufendem Geschäftsbetrieb auf den Stand der Zeit gebracht. „20 Handwerker und eine absolute Stille, darauf haben wir lange hingearbeitet“, sagte der Inhaber, der zugleich Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins ist. Hin und wieder „ist unser Lärm in dem der Stadtsanierung untergegangen“, verwies Kreisz auf die Straßenbauarbeiten in der Bahnhofstraße. Doch die Belastung durch Staub und Lärm sei schon extrem hoch gewesen. Deshalb dankte er vor allem seinen Mitarbeitern. Im Gegensatz zu den Kunden hätten die schließlich nicht flüchten können, wenn es mal wieder laut im Modehaus geworden sei. „Unsere Firma wäre nichts ohne unsere Mitarbeiter.“ Er sei stolz, dass sie mit Herz und Seele dem Modehaus verbunden seien.

Vor einem Jahr hätten sie mit der Planung begonnen, blickte Kreisz zurück und berichtete von den ersten Planungsgesprächen. Wo wollen wir in drei bis fünf Jahren stehen? Diese Frage sei Ausgangspunkt der Projektplanung gewesen. Die Antwort hatten Marion und André Kreisz aber schon längst gefunden. Nicht weniger als die Marktführerschaft sei das Ziel, sowohl gemessen „am Service als auch an der Größe der Verkaufsfläche“. Durch drei Veränderungen sollte dies erreicht werden: eine Optimierung der Außendarstellung, eine Vergrößerung der Verkaufsfläche sowie eine bessere Verbindung der Etagen.

In einem Punkt hätten sie als Inhaber und die Planer verschiedene Vorstellungen gehabt: die Zahl der Bauabschnitte. Denn während für André Kreisz und seine Frau festgestanden hatte, dass die Arbeiten in einem Zug und ohne Schließung des Modehauses vonstatten gehen sollten, dachten die Planer eher an einen stufenweise Ausbau - über Jahre. Doch die Inhaber setzten sich durch. Und so betraten zum Teil auch die Handwerker Neuland. Denn das Projekt glich einer Operation am offenen Herzen, während der der Patient einen Marathon läuft. Kunden kamen, Kunden gingen, und teilweise nur ein, zwei Meter weiter waren die Handwerker im Einsatz. Folie zum Abhängen der Ware und Teile der Verkaufsfläche sei deshalb in den vergangenen Monaten der am häufigsten benötigte Baustoff gewesen.

Doch die Bemühungen hätten sich ausgezahlt, betonte Kreisz. Nach ersten Gesprächen mit Kunden stünde fest, dass sich die Hoffnungen erfüllt hätten. Die Größe des Modehauses sei nun schon von außen zu erkennen, allein die Fassade mit großen Glasfronten sorge für mehr Transparenz, strahle eine Großzügigkeit aus. Und vor allem sei nach der Umgestaltung der „textile Ausdruck“ des Gebäudes zu erkennen. „Wir wollen Neugier-de bei den Kunden wecken“, erklärte der Inhaber.

Doch auch innen hat sich viel verändert: Auf der Fläche des bisherigen Aldi-Marktes wird nun „Young Fashion“ angeboten und eine geschwungene Treppe bildet den Mittelpunkt des Modehauses. „Bisher hat ein Schild auf die 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Obergeschoss hingewiesen“, erinnerte Kreisz. Nun ist das breit gefächerte Angebot auf den rund 3000 Quadratmetern beim Betreten des Modehauses zu erkennen.

Nicht ausführen wollte der Geschäftsmann die Höhe der Investition, jedoch gewährte er einen Ausblick. „Jetzt wollen wir erst einmal durchatmen, aber für den Herbst und das Frühjahr haben wir schon wieder Ideen“, deutete er an, dass es bereits Pläne für nächste Bauabschnitte gibt. „Wir bleiben jedenfalls nicht auf der Stelle stehen.“

Tradition und Moderne

Bei aller Freude über den Abschluss des Großprojekts wählte André Kreisz aber auch nachdenkliche Worte. „Jede Weiterentwicklung unseres Hauses fußt auf der Lebensleistung von Anna und Martin Eitzenhöfer“, sagte er und erinnerte an den plötzlichen Tod seiner Schwiegermutter vor wenigen Tagen.

Vor allem wirtschaftlichen Erfolg wünschte Bürgermeister Rüdiger Heß der Familie Kreisz. Das Modehaus sei von Tradition und Moderne zugleich geprägt. Er sei angetan vom Ergebnis der Arbeiten: „Diese großstädtische Offenheit tut dem Mittelzentrum Frankenberg gut.“

Kommentare