Mit Elan ins Jahr 2015

Neues Jahr, neue Vorsätze

Körperliche Fitness ist bei vielen Menschen nur einer von vielen guten Vorsätzen. Das gewünschte Ergebnis verlangt jedoch Durchhaltevermögen. Foto: Fotolia.de

Frankenberg - Das Jahr ist noch jung - genauso wie viele gute Vorsätze. Meist geht es um die Gesundheit: weniger Stress, mehr Sport, Abnehmen. Diese Umstellung sollte allerdings gut geplant sein.

Ein Vorsatz ist immer etwas Unverbindliches: Dahinter steckt eine gute Absicht und der Wunsch, etwas zu verändern. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen Vorhaben und Ziel. Ein Vorhaben ist etwas, was sich die Menschen wünschen. Ein Ziel legt fest, was bis wann eintreffen soll. „Es ist nicht genug, zu wollen - man muss auch tun!“, sagte schon Johann Wolfgang von Goethe.

Oft hält diese gute Absicht allerdings nicht lange. Entweder weil das Ziel zu hoch gesteckt, oder weil die Motivation nicht ausreicht. Jedes Jahr auf‘s Neue lernen etwa Fitnessstudios die anfängliche Begeisterung mancher Menschen kennen, die etwas verändern möchten. Anfangs euphorisch erscheinen sie immer seltener. Davon kann auch Viktor Holzmann vom Frankenberger Fitnessclub „Charisma“ berichten: „Die meisten Anmeldungen bekommen wir, wenn die dunkle Jahreszeit beginnt. Dann besuchen uns auch die bestehenden Mitglieder am regelmäßigsten.“ Auch Thomas Zimmermann, Betreiber des Gesundheitszentrums „Get Fit“ in Allendorf, beobachtet die deutlich steigende Zahl an Trainierenden - „seit 15 Jahren. Es ist jedes Jahr das Gleiche“. Er hat die Erfahrung gemacht, dass nur wenige der Menschen, die aufgrund von guten Vorsätzen mit dem Sport anfangen, lange durchhalten: Meistens lasse das Interesse nach einem, höchstens zwei Monaten schon wieder nach - und zwar sowohl, was den Sport, als auch die gesunde Ernährung angehe. „An Karneval wird wieder gefressen und gesoffen“, findet Zimmermann deutliche Worte. Der anhaltende Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zeige, dass die guten Vorsätze bei den meisten Deutschen nicht lange anhielten.

Änderung des Verhaltens

Eine nachhaltige Veränderung ist aus seiner Sicht nur auf eine einzige Weise möglich, nämlich durch eine langsame Änderung des Verhaltens in kleinen Schritten. Das heißt: Wer vorher keinen Sport gemacht hat und jeden Abend eine große Mahlzeit gegessen hat, hat nur wenig Chancen auf Erfolg, wenn er von heute auf morgen fünf mal pro Woche Sport treiben und abends nichts mehr essen will.

Im Gemündener Gesundheitsstudio „Fit For Life“ hat auch Jasmin Küster die Erfahrung gemacht, dass der Wunsch etwas zu verändern bei vielen Leuten nicht allzu lange anhält. „Viele Leute melden sich zwischen Oktober und November an. Bei einigen lässt die Motivation aber leider nach zwei bis drei Monaten schon wieder nach. Wirkliche Erfolge kann man aber erst sehen, wenn man drei bis sechs Monate lang mindestens zwei- bis dreimal wöchentlich trainiert. Am besten zusammen mit einer Ernährungsumstellung“, betont Küster.

Dabei lasse sich gut die Tatsache nutzen, dass viele Menschen das üppige Weihnachtsessen leid seien, berichtet die Inhaberin des Frankenauer Gesundheitszentrums und Fitnessstudios „Im Lot“, Antje Ruhwedel. „Ich möchte den Leuten den Spaß an gesunder Ernährung vermitteln und zeigen, dass nicht alles ganz anders werden muss“, betont die Trainerin und Ernährungsberaterin. „Man darf sich auch mal ein Stückchen Schokolade gönnen. Eben alles in Maßen. Zudem hat Essen auch einen sozialen Charakter. Man unterhält sich dabei und tauscht sich aus. Das ist wichtig und soll auch so bleiben“, sagt Ruhwedel. Auch gäbe es einige Fehlannahmen: Salat sei etwa „so gehaltvoll wie Toilettenpapier“ - er enthalte kein Eiweiß, nur ein wenig Vitamin K. Auch die Annahme, durch „Hungern“ abzunehmen, sei völlig falsch: „Mehrere, gesunde Mahlzeiten machen schlank“, hebt Ruhwedel hervor. Auch für Menschen, die nach Verletzungen oder Krankheiten wieder gesund werden oder körperliche Einschränkungen beheben möchten, lohnt sich ein Besuch im Fitnessstudio, denn viele von ihnen bieten ebenfalls Reha-Kurse an. „Optimal ist es, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden einzugehen“, sagt Günter Jekel, Inhaber des Löhlbacher Gesundheitszentrums „BalFit“.

„Außerdem macht es viel mehr Spaß, gemeinsam Sport zu machen und sich gegenseitig zu motivieren“, weiß Kursleiterin Lydia Bornmann vom SSV Bunstruth - und gemeinsam etwas zu unternehmen, das ist doch auch ein guter Vorsatz.

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