Neues Seniorenheim in Frankenau: Stadt berät sich mit Kreis

Frankenau. Sie haben beide das gleiche Ziel: Der DRK-Kreisverband und das Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg wollen in Frankenau ein stationäres Seniorenheim bauen. Wie die weiteren Entscheidungsprozesse verlaufen, hängt auch von einem Gespräch zwischen der Stadt Frankenau und dem Landkreis ab.

„Wir werden uns dort in den kommenden Tagen mit dem Fachdienst Soziales abstimmen“, sagte Frankenaus Bürgermeister Björn Brede auf Anfrage der HNA.

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Hintergrund des Gesprächs ist folgender: Der Kreis ermittelt im Auftrag des Landes Hessen als so genannter öffentlicher Sozialhilfeträger unter anderem, wo in Waldeck-Frankenberg ein Bedarf für weitere Seniorenheime besteht. Wenn er zu dem Schluss kommt, dass in Frankenau ein Seniorenheim nötig ist, um den Bedarf mit einer weiteren Einrichtung im Kreis zu decken, meldet er das ans Land Hessen.

„Das hat zur Folge, dass die möglichen Betreiber - wie das DRK oder die Lebenshilfe - Landes-Fördermittel für den Bau ihres Seniorenheims erhalten“, berichtet Petra Frömel vom Landkreis. Bestehe kein Bedarf, würde auch kein Fördergeld fließen.

Christian Peter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, sagte gestern auf Anfrage der HNA, dass man den Bau des Seniorenheimes in Frankenau unter Einbeziehung der Landes-Förderung plane. „Wir gehen stark davon aus, dass in Frankenau gerade auch wegen des demografischen Wandels in Zukunft Bedarf für ein Seniorenheim besteht“, betonte Peter. Falls das nicht der Fall sein sollte, würde man das Projekt aber nicht zwangsläufig begraben. „Wir würden es ohne die Förderung durchrechnen und schauen, ob und wie wir das fehlende Geld refinanzieren können.“

Auch das Lebenshilfe-Werk will seine Pläne, selbst wenn es keine Landes-Förderung gibt, weiterverfolgen. „Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass eine Einrichtung mit 36 Plätzen, wie wir sie planen, vom Kreis als unnötig erachtet wird. Wir haben ausschließlich das regionale Einzugsgebiet im Auge und gehen davon aus, dass die Plätze mit Bewohnern aus Frankenau und der direkten Umgebung voll belegt sein werden“, sagt Dr. Wolfgang Werner, Vorstand des Lebenshilfe-Werks. Er rechnet deshalb mit einer positiven Bedarfsermittlung und einer damit verbundenen Förderung.

Christian Peter wies indes darauf hin, dass die letzte Entscheidung, welcher Betreiber am Ende mit oder ohne Förderung ein Seniorenheim in Frankenau bauen darf, immer noch von der Stadt getroffen werde.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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