Ausbildungsabschluss als "Hessenbeste"

Neugierde und viele Fragen führen zur Bestnote

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Frankenberg - Daniela Baustian nimmt Blut ab, wechselt Verbände und bewältigt Verwaltungsaufgaben in der Kinderarztpraxis von Erich Enders. Die Ergebnisse ihrer Abschlussprüfung zur medizinischen Fachangestellten weisen sie dabei als "Hessenbeste" aus.

Es war für sie eine Überraschung, als sie während der Abschlussfeier in Baunatal von ihrem hervorragenden Prüfungsergebnis erfuhr: Daniela Baustian hat ihre Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten nicht nur mit der Note 1,0 abgeschlossen, sondern zugleich als „Hessenbeste“.

Von Anfang an neugierig

Auch die Freude unter ihren Kolleginnen und ihrem Chef, Kinderarzt Dr. Erich Enders, ist entsprechend groß, und sie sind stolz auf die 20-Jährige. „Sie war von Anfang an sehr neugierig und hat viele Fragen gestellt“, sagt Birgit Majewski, die in der Kinderarztpraxis zuständig für Baustians Ausbildung war. Das sei wohl eine der Gründe, warum die 20-Jährige so gut abgeschnitten hat. Wichtig sei aber auch das Umfeld, das sicherlich motivierend gewirkt habe. Daniela bestätigt das: „Ich durfte alle Fragen stellen, die ich wollte, und alle haben immer ein offenes Ohr für mich gehabt“ - und ihr vieles beigebracht, was sie auch zum Bestehen der Prüfung benötigte: „Hier habe ich alles gelernt“, betont Daniela Baustian. Dazu gehörte beispielsweise auch Blut abnehmen und Verbände wechseln - ihre Lieblingsaufgaben.

Schweigepflicht und Regeln

Zu Beginn der dreijährigen Ausbildung wies Majewski die 20-Jährige zunächst in die Schweigepflicht, Hygiene-Regeln und den Umgang mit Patienten ein. Im Laufe der Zeit wurde sie selbständiger und übernahm mehr Eigenverantwortung.

Ein- bis zweimal pro Woche besuchte die Auszubildende außerdem die Berufsschule in Korbach, wo sie sich noch weiteres theoretischen Wissen aneignete. In der Abschlussprüfung wurde dann ihr medizinisches Wissen, etwa zu Krankheitssymptomen und Therapiemöglichkeiten, abgefragt. Außerdem musste sie Fragen zur Betriebsorganisation, Wirtschafts- und Sozialkundebeantworten. In der praktischen Prüfung legten ihr die drei Prüfer ein Fallbeispiel vor - sie musste sich den Patienten vorstellen und vorspielen, wie er zu behandeln sei. Viel lernen habe sie dafür nicht müssen, denn sie sei „gut vorbereitet“ gewesen.

Stipendium für Bestnote

Für ihre Bestnote erhielt Baustian nicht nur einen Blumenstrauß und ein medizinisches Lexikon während der Abschlussfeier, die die Ärztekammer veranstaltete. Sie kann außerdem einen Antrag auf ein Stipendium stellen, um Zuschüsse für eine Weiterbildung oder ein Medizinstudium zu erhalten. Möglicherweise wird sie das in Anspruch nehmen; Baustian denkt darüber nach, Medizin zu studieren. Doch zunächst wird sie für ein weiteres Jahr in der Praxis von Dr. Enders arbeiten. Sie ist sich sicher, dass sie immer mit Menschen - und vor allem mit Kindern - arbeiten möchte, denn diese Entscheidung sei „komplett richtig“ gewesen.

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