Gemünden

Neujahrsempfang der Stadt und der Kirche

- Gemünden (sr). Einen guten „Rosch“ wünschten Pfarrer Hermann Noll, Frater Michael Heidel und Gemündens Bürgermeister Frank Gleim den Gästen beim Neujahrsempfang in der Wohrastadt.

Der Begriff „Rosch“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet Kopf oder Anfang. Er wurde in der jüdischen Sprache in „Rusch“ verändert und wird heute im Sprachgebrauch als guter „Rutsch“ ins neue Jahr gewünscht.

Pfarrer Noll stellte beim ökumenischen Neujahrsgottesdienst in der Gemündener Kirche klar, dass der Spruch nichts mit glatten Straßen im Winter zu tun habe. Frater Michael Heidel vom Pastoralverbund Sankt Georg Lahn-Eder stellte in seiner Predigt fest, dass viele Menschen zum Jahreswechsel nach Veränderungen streben: „Gute Vorsätze haben viele.“ Doch häufig würde sich weder das soziale Umfeld noch der Beruf ändern. „Wer sich nicht fordert, kann sich nicht weiterentwickeln“, sprach der angehende katholische Priester den Gottesdienstbesuchern Mut und Vertrauen für die Entwicklung ihres Glaubens zu. Die Orgel spielte Tim Schäfer.

Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes und des Empfangs sorgte der evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Till Schiefer. Im Gemündener Bürgerhaus begrüßte Bürgermeister Frank Gleim rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Vereinen, darunter auch die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg (CDU), der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke (SPD), der ehemalige Gemündener Bürgermeister Rainer Opper und Stadtverordnetenvorsteher Matthias Lückel. Gleim richtete den Blick der Gäste auf die Zukunft der Wohrastadt. Trotz finanziell angespannter Situation will er neben den Kindergärten und dem Schulstandort auch die freiwilligen Leistungen für Jugend- und Vereinsarbeit aufrecht erhalten. „Ehrenamt und Eigeninitiative unserer Bürger sind wichtige Eckpfeiler unserer Gesellschaft“, betonte Gleim. Er sprach den Handlungsbedarf für Gebühren- und Hebesatzerhöhungen an, denen er sich nicht verschließen will. „Die letzten Taler der Stadt liegen als Dekoration auf den Tischen“ meinte Gleim scherzhaft mit Blick auf die Dekoration im Bürgerhaus.

Der Rathauschef würdigte die Leistungen von zwei Gemündener Unternehmen, die die Wohrastadt als Wirtschaftsstandort bekannt machen würden. Die Firma Activaero wurde kürzlich Hessenchampion in der Kategorie „Neue Produkte und Entwicklungen“. Der Gründer und Geschäftsführer Dr. Gerhard Scheuch ist „waschechter“ Gemündener und war früher auch kommunalpolitisch aktiv. Gleim überreichte ein Geschenk an Dr. Scheuch und Blumen an die Ehefrau Ina. Für seine Personalpolitik wurde im vergangenen Jahr die Firma Depro als „Unternehmen mit Weitblick“ bundesweit ausgezeichnet. Das Konfektionierungsunternehmen beschäftigt überdurchschnittlich viele Mitarbeiter im Alter über 50 Jahre. Helmut Seim nahm in Vertretung von Firmenchef Michael Deuker die Anerkennung der Stadt Gemünden entgegen. Anschließend stellte Oberst a.D. Jürgen Damm die Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg vor. Ziel ist die unbürokratische Unterstützung von behinderten und älteren Menschen. Damm überreichte die Mitgliedsurkunde an Bürgermeister Gleim, selbst Vater einer behinderten Tochter. Der Posaunenchor spielte die Nationalhymne, bevor alle Gäste zu einem Imbiss eingeladen waren. Für das leibliche Wohl sorgten Angehörige und Freunde des Bürgermeisters.

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