Kellerwalduhr in Frankenau

Nicht mit "mahnendem Zeigefinger"

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Die neue Kellerwalduhr im Modell; vorne von links der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede, Umweltministerin Lucia Puttrich, die beiden Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Heinrich Heidel sowie (hinten von links) Detlef Stys von Hessen-Forst, Nationalparkleiter Manfred Bauer und Architekt Oliver Steyer.

Frankenau - Pumps aus, Schläppchen an: Umweltministerin Lucia Puttrich überzeugt sich trotz hochsommerlicher Temperaturen davon, dass der Standort der neuen Kellerwalduhr günstig liegt. Mit Frankenaus Bürgermeister Björn Brede macht sich die Christdemokratin vom Euler-Parkplatz auf zur Quernst-Kapelle im Nationalpark.

Schätzungsweise ein Drittel aller Besucher des Nationalparks Kellerwald-Edersee „steigt“ im Süden in das „Naturerlebnis“ ein. Der Großteil parkt am „Euler“. Von dort bietet sich einerseits der Blick zum Feriendorf, zum Arche-Hof und zum Naturschutzgroßprojekt. Andererseits sind es vom Parkplatz nur zehn, zwölf Gehminuten bis zur Quernstkapelle - tief im Nationalpark gelegen und eine der Hauptattraktionen. „Der Ort ist als Standort für die neue Kellerwalduhr einfach ideal, weil die Menschen ohnehin dorthin kommen“, sagt Luca Puttrich.

Als Lippenbekenntnis lässt die Umweltministerin diese Einschätzung jedoch nicht stehen. Der Terminplan lässt es zu, also macht sie sich nach dem offiziellen Teil mit Vorstellung des neuen Konzepts im Frankenauer Rathaus und Ortstermin in den Brombeeren auf und marschiert unter der Wanderführerschaft von Bürgermeister Björn Brede vom neuen Standort der Kellerwalduhr zur Quernst.

Haupthindernis war das Geld. Ursprünglich stand eine Million Euro für den Bau des neuen Info-Zentrums zur Verfügung; zwischenzeitlich sollte die Summe halbiert werden. Doch das war zu wenig, um das geplante Konzept umzusetzen: Anlaufstelle für Nationalpark-Touristen zu sein, aber auch Bildungseinrichtung für junge und ältere Menschen aus der Region.

Das Land Hessen sagte - nach jahrelangem Hickhack und drei involvierten Ministerinnen - schließlich doch zu, eine Million Euro zu geben (WLZ-FZ berichtete ausführlich): Geld genug, um die Ideen von Nationalparkleiter Manfred Bauer zumindest in Grundzügen umzusetzen. Mehrfach hat Architekt Oliver Steyer aus Körle die Pläne „geschrumpft“ und die Kellerwalduhr neu im Wald „verortet“.

Wann die Bauarbeiten beginnen, ist unklar. Seit Montag befindet sich der von der Frankenauer Stadtverordnetenversammlung geänderte vorhabenbezogene Bebauungsplan in der Offenlegung. Sollte alles nach Plan laufen, könnte im August 2014 Neueröffnung sein, spekuliert der Bürgermeister.

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