Bürgerbefragung in Rosenthal

Nicht vollends zufrieden

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Wunderschön gelegen und daher auch touristisch attraktiv schätzen die Rosenthaler ihre kleine Stadt ein. Doch im kulturellen Bereich mangelt es ihnen an Angeboten – und die Vermarktung der Stadt schätzen sie auch mäßig ein.Archivfoto: Malte Glotz

Rosenthal - Die Rosenthaler mögen ihr Städtchen, das zeigen die Ergebnisse der Bürgerbefragung. Doch gerade im Bereich Kultur sehen sie noch einigen Nachholbedarf.

Stolz darf der Rosenthaler Verein für naturnahe Erholung und Wandern sein. Denn die Bürgerbefragung, deren Ergebnisse für die Bereiche „Freizeit, Kultur und Tourismus“ am Freitagabend präsentiert wurden, zeigt: Die Bewohner des Burgwaldstädtchens sind durchweg zufrieden mit der Qualität ihrer Wanderwege und deren Beschilderung. Durchschnittlich die Schulnote zwei erhielten die Pfade. Weniger erfreulich aber waren die Teilergebnisse für die Bereiche Tourismus und insbesondere Kultur.

Gerade einmal knapp die Durchschnittsnote vier erhielt das kulturelle Angebot der Stadt. Otfried Vaupel, der die Daten präsentierte, zeigte sich verwundert: Kultur sei schlechthin alles was der Mensch schaffe. Also auch die so wunderbar bewerteten Wanderwege. Ob die Rosenthaler die Frage falsch verstanden hätten, frage er vor rund 40 Zuhörern. Gleich wie sie sie verstanden haben: Das was die Rosenthaler unter Kulturangeboten verstehen, fehlt ihnen oder kommt nicht gut an. Eine Liste von Wünschen zeigte insbesondere den Wunsch nach Konzerten, nach Tanzveranstaltungen oder der einen oder anderen Theatervorstellung.

Das regte am Freitagabend den Unmut der vielen Vorstandsmitglieder von Musik- und Gesangsvereinen an. Häufig würde es musikalische Angebote geben, doch dann würden stets die gleichen rund 120 Gäste vorbeischauen. Die Idee aber, dass mit dem Wunsch nach Konzerten mehr gemeint sein könnte, als Blasmusik und Gesang - seien sie noch so gut - kam nicht auf. Dabei zeigte die Liste der Anregungen aus der Bevölkerung etwa auch, dass an einer Wiederbelebung des „Rock am Galgenberg“ durchaus Interesse besteht.

Heimatfest wird positiv gewertet

- doch es ist zu laut

Überwiegend positiv bewerteten die Bürger hingegen ihr Heimatfest. Es tauchte nicht nur bei der Frage „Was würden Sie einem Besucher zeigen, der das erste Mal in Rosenthal ist?“ an erster Stelle auf. Von den 650 ausgefüllten Fragebögen stellten zudem 382 das Fest im Sommer als besonders wichtig heraus. Zugleich gab es aber auch dort viele - teilweise widersprüchliche - Anregungen, die kaum vereinbar sein dürften: So kam etwa häufig der Wunsch auf, das Fest zu seinen Traditionen zurückzuführen. Andere Teilnehmer der Umfrage wünschten sich eine Modernisierung, etwa mit einem Stargast oder einem Feuerwerk. Überwältigend aber eine Kritik unter jenen, die das Fest nicht mehr besuchen: Es sei zu laut.

„Früher ging man von 0 bis 100 Jahren zu Fest. Heute von 0 bis 30 Jahren, bis 40 die hartgesottenen“, zitierte Vaupel aus einem Befragungsbogen - zugleich ein Appell an die vielen Vereine, die das Fest im Wechsel ausrichten, dieses Problem anzugehen: „Das Fest ist etwas Besonderes. Das dürfen wir uns nicht kaputtmachen lassen“, mahnte Vaupel.

Positiv kam in der Bevölkerung laut Befragung die Idee einer Heimatstube an. Sigmar Salzmann berichtete, dass diese bislang vor allem wegen fehlender bezahlbarerer Räume noch nicht umgesetzt sei.

Schönes Rathaus,

kaum erwähnenswerte Altstadt

Neben dem Heimatfest als Höhepunkte des Tourismus-Standortes Rosenthal identifizierten die Teilnehmer der Umfrage die Landschaft mit ihren Wanderwegen und dem Seegerteich sowie das historische Rathaus als touristisch wertvoll. Was durchfiel war die Altstadt - eine unangenehme Diskrepanz, die zu beseitigen Vaupel aufrief, der selbst Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Denn die Altstadt mit dem Rathaus sei das Herz der Stadt.

Zugleich haben die Rosenthaler ganz genaue Vorstellungen, wie sie ihre Stadt noch attraktiver machen können: eine Fahrrad-Servicestation auch für E-Bikes, ein Spielplatz im Stadtkern, weitere Natur-Erlebnisangebote wurden genannt. Häufig kam aber auch der Wunsch nach einem richtigen Café auf - so wie die Bürger als Verbesserungsvorschläge für die Wanderwege eine Jausenstation genannt hatten.

Es waren viele Ideen, die zusammengetragen wurden. „Das sind Aufgaben, die wir in die nächsten Sitzungen mitnehmen müssen“, sagte Moderator Helmut Lapp.

Die nächste Präsentation zum Thema „Umwelt, Natur und Landschaft“ findet am Freitag, 14. November, ab 20 Uhr in der Kulturhalle statt.

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