VR-Wirtschaftstag

Niedrigzinsen, NSA-Spionage und die Euro-Krise

Vertreter des heimischen Mittelstandes waren Teil einer Delegation der Frankenberger Bank beim VR-Wirtschaftstag in der Mainmetropole Frankfurt.Foto: pr

Frankenberg/Frankfurt - Den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen galt die Aufmerksamkeit des VR-Wirtschaftstags in Frankfurt. Auch eine Delegation aus dem Frankenberger Land besuchte die Fachtagung in der Jahrunderthalle.

Niedrige Zinsen, ein nicht aufgeklärter Späh-Skandal, zähe Koalitionsverhandlungen - und eine boomende Wirtschaft. Mittelständler haben mit widersprüchlichen Signalen aus Wirtschaft und Politik zu arbeiten. auf Einladung der Volks- und Raiffeisenbanken haben sich 2500 Unternehmer aus ganz Deutschland in der Jahrhunderthalle in Frankfurt versammelt, um einen kleinen Leitfaden für erfolgreiches Wirtschaften in turbulenten zu erhalten. Darunter war auch eine Gruppe heimischer Unternehmer, organisiert von der Frankenberger Bank.

Vom Stammhaus ging es mit dem Bus in die Mainmetropole. Moderiert von Sandra Maischberger und Udo van Kampen sprachen dort viele Experten zu wirtschaftlichen-politischen Themen, darunter EU-Kommissar Günther Oettinger, Bundesbank-Präsident Jens Weidmann oder Hans-Georg Maßen, Präsident des Bundesverfassungsschutzes. Das Thema der Tagung: „Europa zwischen Währung und Union“.

Den Auftakt mache Michael Bockelmann. Der Präsident des Genossenschaftsverbandes rief dazu auf, Europa als Mitmachgesellschaft zu begreifen - trotz Eurokrise. „Europa muss demokratisch, bunt und lebendig sein“, rief er den Unternehmern zu, von denen viele auch vom Export leben. Er forderte dazu auf, die Eigenverantwortung zu stärken: Ganz im Sinne des genossenschaftlichen Gedankens.

Zur Spionage der amerikanischen NSA äußerten sich Sowoß Maaßen, als auch der Mittelständler und Sicherheitsexperte Karsten Nohl. Er zapfte vor Publikum das Handy des Moderators van Kampen an - und verdeutlichte so, wie einfach auch Wirtschaftsspionage ist. „Analysieren Sie, mit welchen Daten ein Cyber-Krimineller reich werden könnte. Und diese Daten schützen Sie dann besonders“, riet er zur Risikoanalyse. Dass Wirtschaftsspionage etwa aus Russland oder China durchaus gängig sei, erklärte Hans-Georg Maaßen. Doch erst der NSA-Skandal habe die breite Bevölkerung sensibilisiert. Er sprach die Überlegungen, innereuropäischen Datenverkehr auch nur über europäische Server laufen zu lassen.

Bundesbankpräsident Jörg Weidmann sprach zur Euro-Krise und ihre Wirkung auf den Mittelstand. Die niedrigen Zinsen dürften kein Dauerzustand sein, sagte er mit Blick auf die Sparer. Ullich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Industrie, schaute hingegen besorgt auf die Koalitionsverhandlung und mahnte, das Land dürfe keine „Rolle rückwärts“ machen. Er mache sich sorgen um den Industriestandort, sagte er den Unternehmern. (r/gl)

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