Nightgroove: Frankenberger Kneipenfestival im Mai abgesagt

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So ging die Post ab: Dieses Bild vom Kneipenwandertag „Nightgroove 2014“ zeigt die Band „Dirty Balls“ während ihres Auftritts im Frankenberger Klimperkasten.  

Frankenberg. Das für den 9. Mai geplante Frankenberger Kneipenfestival „Nightgroove“ ist abgesagt. Das bestätigte Veranstalter Michael Barkhausen am Mittwoch auf Anfrage.

Tapfer und professionell spielte die Band „Triple X“ im Mai 2014 auf dem Frankenberger Obermarkt gegen den strömenden Regen an. Beim 9. Frankenberger Kneipenfestival „Nightgroove“ kübelte es wie aus Eimern. War das der Anfang vom Ende?

„Von meiner Seite aus nicht“, sagt Veranstalter Michael Barkhausen. Er möchte sich ein Türchen für künftige Kneipenfestivals in der Illerstadt offen halten. Klar ist jetzt allerdings, dass die für den 9. Mai 2015 geplante zehnte Nightgroove-Auflage definitiv abgesagt ist. Das bestätigte Barkhausen der HNA am Mittwoch.

Gründe gibt es mehrere. Es seien einige wichtige Lokale wegggebrochen, sagt Barkhausen. Damit meint er in erster Linie den „Goldenen Engel“ auf dem Obermarkt. Im letzten Jahr habe „s´Kasi“ kurzfristig nicht zur Verfügung gestanden. Es habe sich aber auch niemand gefunden, der bereit gewesen wäre, einzuspringen. Die Besucherzahlen waren schon seit längerer Zeit rückläufig. Knapp 2000 Gäste waren es noch im vergangenen Jahr; dabei spielte jedoch, wie Barkhausen einräumt, auch das schlechte Wetter eine große Rolle.

Zu allem Unglück sei mit der Frankenberger Bank auch noch ein wichtiger Sponsor weggebrochen. Der Bank könne man daraus jedoch keinen Vorwurf machen, stellte Michael Barkhausen klar: Zunächst sei die Sparkasse als Sponsor aufgetreten. Als diese ihr Engagement aufgegeben habe, sei die Frankenberger Bank „eingesprungen“. Barkhausen: „Banken sind in aller Regel nicht an einem Engagement über viele Jahre interessiert. Sie sehen ihre Unterstützung eher als Anschub-Finanzierung.“

Kritik übt der Veranstalter zahlreicher Kneipen-Festivals allerdings an der Frankenberger Gastronomie. „Offensichtlich waren einige schon satt. Ich finde das ein bisschen schade.“ Das genaue Gegenteil sagt Michael Barkhausen über die Frankenberger Stadtverwaltung, die Energiegesellschaft EGF und die örtlichen Medien: „Da gibt es viele, mit denen ich wirklich gern zusammenarbeite. Besonders die Leute von der Stadtverwaltung haben für jedes Problem eine Lösung gefunden.“

Das Frankenberger Kneipenfestival „abzuspecken“, ist für Michael Barkhausen keine Lösung. Man brauche eine gewisse Mindest-Anzahl von Bands. Es müssten auch bestimmte musikalische Stilrichtungen geboten werden - zum Beispiel Rock´ n‘ Roll oder Latin Pop. „Wenn ich überall Party-Coverbands oder DJs hinsetze, ist es halt auch inhaltlich nicht mehr das, was ich mir vorgestellt habe“, sagt Barkhausen. Und zu der Anzahl der Bands: „Alles unter zehn geht eigentlich nicht.“ Er habe auch keine Lust, einen „Flop“ abzuliefern.

Den Freunden vielfältiger Live-Musik an einem Abend in vielen Kneipen bleibt unter diesen Vorzeichen wohl nur die Alternative, zu den „Nightgroove“-Festivals nach Korbach oder Winterberg auszuweichen. (off)

Quelle: HNA

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