Landwirt Hubert Scheerer schwört auf seinen alten Mähdrescher aus den 1960ern

Noch immer im Einsatz

Wie ein Blick in die Vergangenheit: Der 50 Jahre alte Mähdrescher von Landwirt Hubert Scheerer ist kein Schaustück, sondern noch immer ganz normales Arbeitsgerät. Foto: Schäfer

Frankenau. Seit Tagen herrscht gutes, weitgehend trockenes Wetter und auf den heimischen Feldern ein reges Treiben. Die Landwirte nutzen die Zeit für die Ernte. In dichten Staubwolken schieben sich die High-Tech-Mähmaschinen durch das Korn. Auf einem kleinen Feld nahe Frankenau bietet sich allerdings ein etwas anderes Bild.

Auch hier fliegt der Staub über das Feld von Landwirt Hubert Scheerer, während er den Hafer mäht. Doch von High-Tech fehlt hier jede Spur. Scheerer tuckert mit seinem über 50 Jahre alten Mähdrescher vom Typ Claas Columbus über das Feld. Ein Anblick, der den Reporter, der in diesem Fall zufällig dort vorüberfährt, in längst vergangene Zeiten versetzt.

„Der drischt noch einwandfrei!“

Hubert Scheerer

„Den habe ich vor Jahren zusammen mit einem Kollegen angeschafft“, erzählt Scheerer. „Gebraucht versteht sich“, fügt er lächelnd hinzu. Seither ist er im Sommer auf der alten Maschine unterwegs, um die Ernte einzufahren. Mit der Leistung der Maschine ist Scheerer äußerst zufrieden. „Der drischt noch einwandfrei“, sagt er.

Der Landmaschinenkonzern Claas, dessen Hauptsitz im ostwestfälischen Harsewinkel liegt, stellte in der Zeit von 1958 bis 1970 insgesamt 31 912 Patent-Mähdrescher vom Typ Columbus her. Mit seinen 29 PS und einer Schnittbreite von 1,8 Metern war er als Maschine für die in dieser Zeit üblichen kleinen und mittelständischen Betriebe ausgelegt. Zum Vergleich: Moderne Mähdrescher haben eine Motorisierung von über 500 PS und eine Schnittbreite von bis zu zwölf Metern.

„Es dauert natürlich etwas länger, mit der alten Maschine“, räumt Hubert Scheerer ein. „Aber so lange er noch läuft, werde ich ihn auch benutzen.“ Damit das noch möglichst lange der Fall ist, hegt und pflegt Hubert *Scheerer sein altes Schätzchen so gut es geht.

Reparaturen selbst erledigen

Im Vergleich zu neueren Modellen sieht er klare Vorteile. „Die meisten Reparaturen kann ich selbst erledigen. Die Technik ist eben nicht so kompliziert wie bei den modernen Maschinen.“ Probleme gebe es nur, wenn ein Teil ausgetauscht werden muss. „Ersatzteile sind natürlich nicht so leicht zu finden.“ Ab und an finde sich jedoch in einer Scheune ein altes Modell, das als Ersatzteilspender dienen kann.

Von Moritz Schäfer

Quelle: HNA

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