Kläranlage in Gemünden

Noch keine Angaben zu Kosten für Bürger

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Die Gemündener Kläranlage erfüllt nach 40 Jahren nicht mehr die Vorgaben bei der Abwasserreinigung. Um Kosten und Hintergründe ging es beim Politischen Frühschoppen der BL. Foto: pr

Gemünden - Die Bürgerliste besichtigte im Rahmen ihres politischen Frühschoppens die Kläranlage in Gemünden und hatte dazu die Bevölkerung eingeladen. Etwa 50 interessierte Bürger nahmen das Angebot an.

Klärwärter Gerald Trust erläuterte den interessierten Bürgern den Aufbau und Ablauf der Anlage. Er machte auf die bestehenden Missstände aufmerksam und berichtete, dass die Kläranlage seit 40 Jahren 24 Stunden am Tag in Betrieb sei und die Werte des gereinigten Abwassers nicht mehr die Norm erreichten, die sie haben müssten.

Gemündens Bürgermeister Frank Gleim ergänzte, dass die Stadt schon seit vielen Jahren einen „Strafzoll“, die sogenannte Abwasserabgabe, für die nicht erreichten Werte zahlen müsse. Dieser habe in den vergangenen Jahren teilweise bis zu 100.000 Euro pro Jahr betragen. Kosten: Drei Millionen Euro Im Anschluss an die Besichtigung standen die Mandatsträger von Bürgerliste und SPD, sowie Bürgermeister Frank Gleim den interessierten Bürgern für Fragen zur Verfügung.

Die meistgestellte Frage war dabei, was die geplante neue Anlage kostet und wie viel jeder Bürger dafür bezahlen muss. Diese war auch für die Mandatsträger nicht so leicht zu beantworten. Die Baukosten sind im Parlament auf drei Millionen Euro festgeschrieben worden, aber das sagt noch nichts über die Kostenverteilung für die einzelnen Bürger aus. Bürgermeister Gleim erläuterte, dass bereits im Jahr 1998 ein Planungsauftrag für einen Neubau der Kläranlage vergeben wurde. In den Folgejahren wurden verschiedenste Überlegungen für einen möglichen Neubau gemeinsam mit der Gemeinde Haina angestellt. In diesen Jahren waren auch noch erhebliche Zuschüsse möglich.

Nachdem sich Haina für einen eigenen Neubau entschieden hatte, konzentrierte sich Gemünden auf eventuelle Sanierungen an der bestehenden Anlage. Diese waren jedoch aus verschiedenen Gründen behördlich nicht abstimmungs- und genehmigungsfähig. In den Jahren 2010 und 2011 wurden dann alle relevanten Voruntersuchungen sowie die betriebswirtschaftlichen Variantenuntersuchungen zur Prüfung vorgelegt. Das Ergebnis: Die bestehende Kläranlage muss durch einen Neubau ersetzt werden. Doch seit einigen Jahren gibt es für Neubauten von Abwasseranlagen keine Zuschüsse mehr. Gleim berichtete aber, dass es ihm gemeinsam mit Landkreis und Umweltministerium gelungen sei, unter aktiver Anwendung der interkommunalen Zusammenarbeit Geld für den Neubau zu generieren. (r)

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