Schweizer läuft zu Fuß durch Europa

Zum Nordkap geht‘s über Frankenberg

+
Der 35-jährige Schweizer Manuel Jutzieler wandert von seiner Heimatstadt Montreaux bis ans Nordkap. Auf dem rund 4000 Kilometer langen Weg ist er auch durch Frankenberg gelaufen.Fotos: Mark Adel

Frankenberg - Ein bisschen mehr als 20 Kilogramm wiegt der Trailer, den Manuel Jutzieler hinter sich herzieht. Stunde um Stunde, Kilometer für Kilometer legt er zurück. In Frankenberg hat er Station gemacht, um sich massieren zu lassen - denn der Weg bis ans Nordkap ist noch weit.

In seiner Heimatstadt Montreaux ist Manuel Jutzieler am 6. Juni gestartet. Sein Ziel: Das Nordkap. Zu Fuß. Klingt nach großer Freiheit, nach Abenteuer und auch ein bisschen nach Wahnsinn. Für den 35-Jährigen ist es die Erfüllung eines Traums.

Im Alltag arbeitet er im Büro, für die Mega-Wanderung hat er sich drei Monate beurlauben lassen. Etwa 3500 bis 4000 Kilometer lang ist der Weg bis an den nördlichsten Punkt Europas. 40 bis 45 Kilometer, also eine Marathonstrecke, läuft er pro Tag - sofern die Beine mitmachen, denn die machen ihm derzeit ganz schön Sorgen. Seit dem Start zur Wanderung ist ein Monat vergangen, und Manuel Jutzieler spürt jeden Schritt: Die Leiste und die Füße schmerzen, „die Beine werden müde“. In Frankfurt hat er sich massieren lassen, und als er über das Internet einen Physiotherapeuten in Frankenberg suchte, stieß er zufällig auf Gerhard Schmitt.

Der war von der Mega-Tour beeindruckt und lud den Extremwanderer gleich ein, ließ ihn bei sich übernachten. spendierte ein Frühstück und massierte kostenlos. „Ich war glücklich, ihn zu finden“, sagt der Wanderer über Schmitt. Zudem war es eine willkommene Abwechslung, einmal ein Dach über dem Kopf zu haben. „Normalerweise übernachte ich im Wald im Zelt. Diese Freiheit liebe ich“, sagt der 35-Jährige.

Sein Gepäck hat er auf einem kleinen Anhänger, den er mit Hilfe eines Geschirrs zieht. Etwa 20 Kilogramm wiegt das Gepäck. Drei Monate hat er eingeplant. Eine solch extreme Tour hat er noch nie unternommen - von 2002 bis 2005 hat er aber bereits mit dem Fahrrad die ganze Welt bereist. Von Frankenberg aus will er weiter nach Korbach und dann kontinuierlich seinen Weg gen Norden fortsetzen. Am liebsten läuft er auf asphaltierten Radwegen, manchmal auch am Straßenrand. Waldboden ist für seinen Anhänger weniger geeignet. „Ich hoffe, dass meine Beine durchhalten. Er freut sich über viele neue Bekanntschaften. „Manchmal laufen Leute ein paar Kilometer mit.

Über das Smartphone hält er Verbindung mit der Familie, besonders mit seiner Freundin. Die hat ihn in Frankfurt besucht und will auch nach Kopenhagen kommen, denn: „Drei Monate können ganz schön lang sein“, gibt Manuel Jutzieler zu.

Eine vorgeplante Route hat er nicht, er orientiert sich Tag für Tag neu. Auch über den Rückweg vom Nordkap nach Montreux hat er sich noch keine Gedanken gemacht - erst einmal gilt: Gesund ankommen.

Kommentare