Hans Schnieder bereist verschlossenes Land

Nordkorea - merkwürdig und schön

Hans Schneider in freudiger Erwartung am Ausgangspunkt zum Kuyonyon-Wanderweg: Der Battenberger wollte nach intensiven Kontakten mit Südkorea auch den Norden des geteilten Landes sehen.

Battenberg - Eine nicht alltägliche Reise nach Nordkorea hat der Battenberger Diplom-Ingenieur Hans Schneider unternommen. Er erlebte ein bemerkenswertes Land.

„Während meiner Berufsausübung war ich mehrfach in Südkorea“, erinnert sich Hans Schneider, „deshalb wollte ich trotz aller Repressalien das landschaftlich als ‚wunderschön‘ beschriebene Nachbarland kennenlernen.“ Angefragt, das Land zu besuchen, hatte der Ingenieur über die Internetseite der staatlichen Tourismusorganisation „Korea International Travel Company“.

Die erste Station der Reise war Peking, die Hauptstadt Chinas. Dort trafen sich die zwölf Reiseteilnehmer aus verschiedenen Ländern Europas. Von dort ging es nach Pjöngjang, in das Land, das sich seit nahezu 50 Jahren abschottet und dessen Zusammenbruch schon seit Langem vorausgesagt wird - ohne dass er geschieht. Nordkorea ist ein Land, das seine Bevölkerung nicht ausreichend ernähren kann, geheime Straflager betreibt und mit der Atombombe droht - und wo den Diktatoren, Kim Il-Sung, seinem Sohn Kim Jong-Il und nun seinem Enkel Kim Jong-Un, wie Gottheiten gehuldigt wird. „Mehr über die Menschen zu erfahren, die in diesem autoritären, stalinistischen Sozialismus leben, war fast unmöglich, denn wir hatten immer zwei Begleiter und diese wurden noch von einem Aufpasser des Geheimdienstes überwacht“, berichtet Schneider aus dem Land. „Sich frei zu bewegen ist unmöglich und der Kontakt mit der Bevölkerung ist streng untersagt.“

Dass Fremde in das Land ­einreisen dürfen, ist der Tatsache geschuldet, dass der Staat für sein Fortbestehen dringend auf Devisen angewiesen ist, da er mit den Einnahmen aus seiner maroden Wirtschaft kaum überleben kann. Deshalb öffnet sich das Land für den ausländischen Tourismus, mit seiner vielseitigen interessanten Landschaft mit weiten Tälern, den bizarren Hügeln der Mittelgebirge und einer intakten Flora und Fauna.

Wintersport und eine „Freundschaftsausstellung“

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Region im 1640 Meter hohen Gebirge Kumgang San mit dem „Diamantenberg“ und auch die landschaftlich ansprechenden und bis 1909 Meter hohen Myohyang-Berge, wo neben der Besichtigung der „Freundschaftsausstellung“ das Wandern und weitere sportliche Unterhaltung angeboten werden. Wintersporthochburg ist das Masikryong Ski-Resort mit einer Fläche von 2500 Quadratkilometern. Es liegt auf dem 1360 Meter hohen Berg Tachwa Peak.„Die Hotels entsprechen westlichem Standard, was mich sehr überraschte“, sagt Schneider. „Die Verpflegung ist asiatisch, schmeckt gut, vielleicht ein bisschen scharf.“

Ob die Aktivierung des Tourismus für Ausländer als Zeichen des Wandels und der langsamen Öffnung zu den angrenzenden und europäischen Staaten verstanden werden kann, will er nicht beurteilen. „Ich habe während der nahezu dreiwöchigen Reise durch das Land viel gesehen, manches erlebt, komme aber eher zu der Feststellung: Korea zu verstehen bleibt schwer“, sagt Schneider.

Am Donnerstag, 19. März, berichtet Hans Schneider ab 19 Uhr im Gasthof „Darmstädter Hof“ in Battenfeld über seine Reise unter dem Titel: „Nordkorea - Einblicke in ein merkwürdiges Land“.

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