Wahlen am 26. April

Oberes Edertal: Schwierige Suche nach neuem Kirchenvorstand

Am Plakat zum Weltgebetstag: Die Holzhäuser Kirchenvorsteherinnen Michaela Theis (links) und Marion Schmidt-Biber im Gemeindehaus, wo sich der Kirchenvorstand zu seinen Sitzungen trifft, Kindergottesdienst anbietet und regelmäßige Veranstaltungen organisiert. Foto:  Paulus

Oberes Edertal. Im Oberen Edertal werden am 26. April die Kirchenvorstände neu gewählt. Zwei Kirchenvorsteherinnen aus Holzhausen sprechen über ihre Aufgaben.

Außergewöhnlich fromm müsse man nicht sein, um im Kirchenvorstand mitzuarbeiten, sagt Marion Schmidt-Biber. „Es ist aber wichtig, der Kirche positiv gegenüberzustehen, sich zu dem zu bekennen, wofür Kirche steht.“

Die 49-Jährige gehört seit zwölf Jahren dem Kirchenvorstand in Holzhausen an und wird sich am 26. April erneut zur Wahl stellen, wenn in den evangelischen Kirchengemeinden im Oberen Edertal, die zur evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau gehören, die neuen Kirchenvorstände für die nächsten sechs Jahre gewählt werden.

Holzhausen hat seine Kandidaten für die Wahl zusammen. Acht müssen es dort sein, aus denen die Gemeinde sechs wählt. „Es war nicht einfach, Kandidaten zu finden, das geht Vereinen und Ortsbeiräten ja ähnlich. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, geht überall zurück“, sagt Marion Schmidt-Biber.

Der Kirchenvorstand in Holzhausen hatte bisher sieben Mitglieder, alles Frauen. Zwei von ihnen hören auf, darunter auch die Vorsitzende Rita Zissel. „Alle in unserem Kirchenvorstand haben Familie und gehen arbeiten, irgendwann ist das Zeitbudget ausgeschöpft“, sagt Schmidt-Biber.

Wie sie möchte auch Michaela Theis weitermachen, es wäre ihre zweite Amtszeit. „Ich war vorher kein großer Kirchgänger, bin aber christlich erzogen worden“, sagt die 42-Jährige. „Ich finde es aber wichtig, in den Gottesdienst zu gehen, wenn ich im Kirchenvorstand bin.“ Die Aufgabe sei sehr interessant, sie habe viele Menschen kennengelernt und viel erlebt.

Der zweifachen Mutter liegt die Arbeit mit Kindern am Herzen. Der Kindergottesdienst und die Jugendgruppe „Happy Tree Friends“, die von Mitgliedern des Kirchenvorstandes geleitet werden, seien neben dem Jugendfußball die einzige Jugendarbeit in Holzhausen. „Dadurch haben wir viele Möglichkeiten und können sehr kreativ sein“, sagt Theis und nennt musikalische Nachmittage, den lebendigen Adventskalender, Karnevalsfeiern und Bastelnachmittage. „Es geht auch darum, ein Dorf zu gestalten“, sagt Marion Schmidt-Biber.

Die 49-Jährige - ebenfalls verheiratet und zweifache Mutter - hat auch beruflich mit Kirche zu tun: Sie arbeitet als Gemeindepädagogin des Dekanats Biedenkopf in der schulnahen Jugendarbeit an der Gesamtschule Battenberg. Sie bedauert, dass im Kirchenvorstand und in den Gottesdiensten die jungen Leute fehlen. „Die Bürokratie im Kirchenvorstand, wie Haushaltspläne, Verwaltung oder bauliche Fragen, schreckt schon ab“, findet sie. Ihr mache die Arbeit dennoch Spaß. „Mitreden und mitgestalten - das mache ich gerne.“

Dem Kirchenvorstand sei in den vergangenen Jahren wichtig gewesen, Gelegenheiten zu schaffen, wo Leute zusammenkommen. „Kirche ist einladend und offen für alle“, sagte Marion Schmidt-Biber. Der Kirchenvorstand hat Gemeindefeste organisiert, Adventscafés und Weltgebetstage. So könne sich jeder aus dem Kirchenvorstand mit seinen Fähigkeiten einbringen. „Das ist eine Bereicherung und für jeden eine bereichernde Erfahrung“, sagt Schmidt-Biber.

Von Jörg Paulus 

Wer sich zur Kirchenvorstandswahl aufstellen lassen kann, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Kommentare