25 Jahre Kinderschutzbund in Frankenberg

Oberstes Recht ist das der Kinder

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Martina Wiechens ist seit 1990 die Vorsitzende der Frankenberger Ortsgruppe des Deutschen Kinderschutzbundes, die am heutigen Mittwoch ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

Frankenberg - Der Deutsche Kinderschutzbund ist Ansprechpartner, wenn Kinder in ihren Familien Schlimmes erlebt haben - aber eben nicht nur dann. Er unterstützt auch Familien, die Kontakte suchen oder finanzielle Probleme haben. Die Frankenberger Ortsgruppe setzt sich seit 25 Jahren für die Rechte der Kinder ein.

„Eine Lobby für Kinder“ - das ist der Deutsche Kinderschutzbund seit mehr als 60 Jahren. Seit nunmehr 25 Jahren gilt dieser Grundsatz auch in Frankenberg, denn am Mittwoch feiert der Frankenberger Ortsverband sein 25-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er im Jahr 1989 von Elke Becker, Dr. Hansjürgen Hausmann, Gabriele Herkner-Peters, Helmut Klein, Erna Naumann, Barbara Pickhahn, Dr. Jutta Schmid und Günther Stahl.

Im selben Jahr haben die Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention angenommen. Die Vorsitzende des Ortsverbandes Martina Wiechens ein freut sich über diese Parallele - und auch darüber, dass das Jubiläum in dem Jahr stattfindet, in dem Malala Yousafzai und Kailash Satyahrti mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.

Beide setzen sich für das Recht auf Bildung ein, ein Bereich, in dem auch der Frankenberger Kinderschutzbund sehr aktiv ist. Dem Recht auf Bildung stehe aber oft die Kinderarmut entgegen, berichtet Wiechens. Familien fehle es häufig an Geld, um die nötige Ausrüstung für ihre Kinder zu kaufen. In Grundschulen werde dies noch aufgefangen, „bei weiterführenden Schulen hört das auf“, sagt sie. Die Ortsgruppe möchte dort ansetzen und schauen, wie geholfen werden kann. „Das Bildungs- und Teilhabepaket wollen wir damit nicht ersetzen, aber wir wollen etwas anbieten“, sagt Wiechens.

Beginn mit privatem Telefon

Das Büro im Martha-Viessmann-Haus sei ständig von zwei Personen besetzt, sagt Wiechens. Ein festes Büro hatte der Kinderschutzbund in Frankenberg allerdings nicht von Beginn an. In den Anfängen habe man alles über die private Telefonnummer geregelt, erinnert sich Wiechens. Dies habe auch dazu geführt, dass das Telefon nachts um ein Uhr geklingelt habe. Mit der Zeit war dies nicht mehr zu bewältigen und so zog der Kinderschutzbund zunächst in den Unternehmenspark Nord um.

Seit 2005 nutzt die Organisation die Räume der Lebenshilfe im Martha-Viessmann-Haus und bietet dort neben dem telefonischen Kontakt und persönlichen Gesprächen auch den sogenannten begleitenden Umgang an. Dieser beinhaltet beispielsweise die Unterstützung von Familien, die sich in einer Trennungssituation befinden und die etwaige Streitigkeiten nicht selbst regeln können.Das Treffen zwischen Kind und dem Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, wird von einer dritten Person begleitet.

Für Sabine Julius, die seit einigen Jahren für den Kinderschutzbund tätig ist, war die Tatsache, dass auch Kinder, die in der Familie Schlimmes erlebt haben, ihre Eltern sehen wollen, sehr gewöhnungsbedürftig: „Das habe ich erst mal begreifen müssen“. Auch Martina Wiechens kennt den Wunsch der Kinder, trotz schlimmer Erlebnisse weiterhin bei den Eltern bleiben zu wollen: „Sie möchten nur, dass es aufhört.“ Von Marco Steber

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