Viessmann zeigt Exponate in Battenberg

Öfen erzählen "Wärmegeschichten"

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Helmut Burger, Bürgermeister Heinfried Horsel, Annette Viessmann, Museumsleiterin Elisabeth Skupin und Professor Martin Viessmann (von links) eröffnen die Sonderausstellung „Wärmegeschichten“ im Battenberger Stadtmuseum.Fotos: Patricia Kutsch

Battenberg - Der Mensch braucht Wärme zum Leben. Mit Öfen holt er sich seit Jahrhunderten diese Wärme in die gute Stube. Eine neue Ausstellung im Battenberger Stadtmuseum widmet sich der Geschichte und der Entwicklung von Rundöfen, Zirkulieröfen und Ofenplatten.

„Wärmegeschichten“ erzählt die neue Sonderausstellung im Battenberger Stadtmuseum. Bis zum 26. Oktober ziert diese einzigartige Ausstellung rund um Öfen und noch nie gezeigten Ofenplatten von Philipp Soldan das alte Rathaus der Stadt. Die historischen Exponate und die Infotafeln zusammengestellt hat ein Team der Firma Viessmann - denn die ist Besitzer der seltenen Öfen und kunstvollen Ofenplatten.

Professor Martin Viessmann und seine Frau Annette haben dem Stadtmuseum die wertvollen Exponate für die Dauer der Sonderausstellung zur Verfügung gestellt. Viessmann hat vor einigen Jahren die Sammlung des deutschen Ofenmuseum übernommen. „Bisher ist diese Sammlung unter Verschluss“, sagte er bei der gestrigen Ausstellungseröffnung. Einige Öfen und Platten habe er dem Museum geliehen, die komplette Sammlung werde aber erst 2017 komplett gezeigt. Dann feiert die Firma Viessmann 100-jähriges Firmenbestehen. „Zu diesem Anlass werden wir unser Museum erweitern und dort die gesamte Ausstellung zeigen.“

Allein die Stücke, die derzeit in Battenberg ausgestellt sind, geben einen kleinen Vorgeschmack auf eine imposante und künstlerisch wertvolle Sammlung.

„Mit dieser Leihgabe trage ich gerne bei zu dem kulturellen Leben in Battenberg“, sagte Viessmann vor rund 50 Gästen. Produkte seines Unternehmens werden nicht ausgestellt. „Der Blick der Besucher soll bewusst auf die Technik der Heizung in der Entwicklung der Geschichte gelenkt werden.“ Infotafeln zeigen diese Entwicklung vom Lagerfeuer in der Steinzeit über römische Heizsysteme bis hin zu energieeffizienten Öfen im 20. Jahrhundert. „Die Wärme gehört seit je her zu den Grundbedürfnissen der Menschen“, erklärte Viessmann. Die Ausstellung zeigt „Wärmegeschichten“ vom 16. bis ins 20. Jahrhundert.

„Ohne Ihre persönliche Unterstützung hätten wir das Projekt nie angehen können“, bedankte sich Bürgermeister Heinfried Horsel beim Ehepaar Viessmann. Er versprach den Besuchern, dass die detailreich gestalteten Öfen und Ofenplatten die Besucher begeistern werden. Das Museum zeigt in den nächsten Monaten bisher nicht zugängliche Arbeiten von Philipp Soldan, Ofenplatten mit Motiven aus dem englischen Königshaus und Prunköfen aus der Bismarck-Zeit. „Die Technik der häuslichen Wärmeversorgung, aber auch ihre künstlerische Gestaltung, war dabei auch immer ein Spiegelbild der jeweiligen Epoche“, sagte Elisabeth Skupin, die Leiterin des Museums. Sie überreichte Martin Viessmann als Dank für die Ausstellung eine frisch gegossene Ofenplatte, die die Geburt des englischen Thronfolgers im vergangenen Jahr symbolisiert.

Zur Eröffnung der Ausstellung ließ Helmut Burger die Besucher in die Geschichte eintauchen. „Durch die Ofenplatten ist die Bibel in die Stuben gekommen und haben dort auch die Seelen der Menschen erwärmt“, erklärte er. „Sie sind die Edelsteine in der Heiztechnik.“

Bei religiösen Motiven sei es nicht geblieben, auch die Kunst habe Einzug gehalten. Ein Fünf-Platten-Ofen im Erdgeschoss des Museums zeigt beispielsweise das württemberger Wappen. Der Ofen wurde 1744 gegossen. „Viele Öfen haben leider den 30-jährigen Krieg nicht überlebt und wurden eingeschmolzen“, bedauerte Burger. Er ging darauf ein, wie die Funktion der Öfen sich weiterentwickelt habe, um den Holzverbrauch zu senken und die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften. So wurden Öfen mit Wärmespeicher erfunden, es folgten Regulieröfen und Zirkulieröfen.

„Die Innovationen sind eindrucksvoll und heute sind sie Traditionen. So wird es irgendwann auch mit den Innovationen von Viessmann sein - dann sind diese Traditionen“, schlug Burger den Bogen zur heutigen Heiztechnik.

Das Battenberger Stadtmuseum im alten Rathaus hat jeden Sonntag in der Zeit von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Führungen sind nach Absprache möglich. Die Museumsleiterin Elisabeth Skupin ist erreichbar unter Telefon 06452/8133. Neben der Sonderausstellung sind auch die festen Ausstellungen weiterhin zu sehen.

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