Einkaufszentrum Frankenberger Tor

Das Tor öffnet bald seine Tore

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Frankenberg - Nur noch Kleinigkeiten sind zu erledigen: Die Bauarbeiten am Frankenberger Tor nähern sich ihrem Ende. Projektleiter Arno Jansen schaut zufrieden auf die rund 15-monatige Bauzeit und verspricht: "Wir haben hier nicht einfach nur Standard hingebaut."

Von außen wirkt das Frankenberger Tor riesig, und von innen wirkt es überraschenderweise noch größer. Die meisten Verkaufsflächen sind noch vollgestellt mit Baumaschinen, Werkzeugen und Farbeimern. Bis zu 150 Arbeiter sind gleichzeitig auf der wohl größten Baustelle im Altkreis aktiv. Im Herkules-Markt sind die Elektriker dabei, Kühlregale, Backstation und Frischetheke einzurichten. Die Bauzeit geht ihrem Ende entgegen. „Wir wollen Anfang März eröffnen“, sagt Bauleiter Arno Jansen - noch gut fünf Wochen, dann muss alles fertig sein.

Aber er ist bester Dinge, dass dies auch klappt: „Wir sind sehr zufrieden mit der Baustelle“, sagt Jansen. Verzögerungen habe es kaum gegeben - abgesehen von jenen, die sich aus dem Einstieg von H&M ergaben. Eigentlich war für das Einkaufszentrum ein Eröffnungstermin Ende Oktober angepeilt worden - jetzt dauert der Bau vier Monate länger. „Aber für so einen Mieter nimmt man das gerne in Kauf“, sagt der Projektleiter - denn er ist sich sicher: „H&M wertet das Tor nochmals auf und wertet auch die Stadt Frankenberg auf.“

Zugleich weist er aber nochmals darauf hin: „H&M wird noch nicht mit den übrigen Mietern zusammen eröffnen“ - zu umfassend waren die kurzfristig nötigen Änderungen. So wollte die schwedische Mode-Kette gerne eine eigene Rolltreppe, die inzwischen installiert ist. Um den nötigen Platz für den Verkauf zu schaffen, musste im Bereich des Textilers noch ein kleines, drittes Geschoss für Service- und Personalräume auf das Einkaufszentrum gesattelt werden. „Aber H&M will auf jeden Fall das Ostergeschäft mitnehmen“, weiß Jansen. Und da Ostern bereits am 5. April ist, geht er von einer nicht einmal um vier Wochen verzögerten Eröffnung jenes Mieters aus, von dem sich auch die Lokalpolitik eine große Sogwirkung erhofft.

Hochwertige Materialien für Aufenthaltsqualität

Diese soll laut Jansen das ganze Center haben. „Wir haben hier nicht einfach nur Standard hingebaut“, sagt der Projektleiter. Üblicherweise sei die Grundfarbe eines Ten-Brinke-Centers beispielsweise weiß. „Hier haben wir hochwertigere Materialien gewählt“, sagt er - und im Inneren zeigen die Wände, dass Naturfarben wohl eine große Rolle spielen werden. In ihren jeweiligen Bereichen bestimmen selbstverständlich die Mieter die Farbgebung selbst, und gerade in den künftigen Modegeschäften wird so bereits deutlich, dass Schwarz derzeit im Trend liegt. „Die Ladenbauer kommen in den nächsten Wochen“, verrät Jansen.

Dann ziehen sich die Bauarbeiter aus den Ladengeschäften zurück und widmen sich dem Rest der „Mall“: Die Rolltreppen stehen, müssen aber noch in Betrieb genommen und im oberen Stockwerk gesichert werden. In einem Fall handelt es sich um ein aufsteigendes Laufband, damit Kunden mit Einkaufswagen bis zu den rund 280 Parkplätzen gelangen. Auch auf dem Parkdeck ist noch einiges zu tun. „Derzeit machen wir die Rampe, und deshalb ist da auch alles eingerüstet“, sagt Jansen mit Blick auf die großen Planen im hinteren Bereich der Baustelle. Denn obwohl die Temperaturen es in den vergangenen Tagen eigentlich nicht zuließen, wird der Bau auch von außen verputzt. „Dazu planen wir das Gebäude ein und installieren Heizungen“, beschreibt der Projektleiter den Aufwand. Auch muss die Rampe von der Siegener Straße auf das Deck geteert werden.

Dann geht es an die Außenanlagen. Denn das Stichwort „Aufenthaltsqualität“, das für die Fußgängerzone immer wieder herangezogen wird, gilt auch für das Einkaufszentrum. Gegenüber der Tankstelle sollen vier Bäume gepflanzt werden - entlang Röddenauer und Siegener Straße gibt es, sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, Grünkästen. „Im Eingangsbereich des Tores haben wir uns mit der Stadt auf ein Terrassenkonzept geeinigt“, sagt Jansen: Eine dunkelgrau abgehobene Mauer trennt das Niveau des Centers von der leicht ansteigenden Röddenauer Straße. Es entsteht ein geschützter Bereich. In dem kann das Eiscafé Tische und Stühle aufstellen.

Pflaster rund ums Center fügt sich ins Stadtbild ein

Das Pflaster rund um das Frankenberger Tor dürfte den meisten Bürgern bekannt vorkommen. „Das ist das gleiche wie vor dem Bahnhof und in der Bahnhofstraße“, sagt Arno Jansen. Die enge Abstimmung mit dem Bauamt habe gut funktioniert. „Wir wollen natürlich ein einheitliches Bild in der Stadt haben“, erklärt er. Gerade durch den nahen Bahnhof - „der Baustellenverkehr von dort und von hier sind sich nie in die Quere gekommen“, berichtet er - sei eine einheitliche Gestaltung von großer Bedeutung.

Darauf werde er auch von Passanten und neugierigen Bürgern angesprochen. „Das Interesse ist sehr groß“, sagt Jansen. Anfangs waren es die am Abriss Interessierten, später standen die Neugierigen am Bauzaun und staunten über die riesigen Fertigbauteile, die mit Schwerlastkränen von Lastwagen gezogen und umgehend aufgestellt wurden. „Die Menschen haben nicht geahnt, dass in so kurzer Zeit so ein großes Objekt entwickelt wird“, sagt der Projektleiter und schmunzelt. Sein Fazit: „Die Leute in der Stadt sind inzwischen sehr begeistert“.

Wie sehr, wird sich in fünf Wochen zeigen. Jansen rechnet mit einem großen Andrang - und weiß: Die Mieter bereiten zur Eröffnung einiges vor. Verraten will er nichts: „Ich bin ja nur Bau“, sagt er und lacht.

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