Vernissage im Alten Bahnhof Gemünden

Ölgemälde auf Zeitungstexten

Künstlerin am Werk: Frauke Becher vor ihrem Bild „Paarweise“ Foto: Moniac

Gemünden. „Malen kann man lernen“, sagt Frauke Becher aus Bad Wildungen in Anlehnung an Josef Beuys, der in jedem Menschen einen möglichen Künstler sah, vorausgesetzt, er habe genügend Mut und wolle lernen und üben. Frauke Becher malt hauptsächlich mit Ölfarben, und einen Teil ihrer Bilder mit dem Titel „Von Menschen und Mäusen“ zeigt sie jetzt im Alten Bahnhof Gemünden.

Die Laudatio zur Ausstellungseröffnung hielt Andrea Digel, die wie Becher Mitglied des Bad Wildunger Kunstvereins ist. „Uneitel“ sei das Wort, das sich ihr beim Betrachten der Bilder aufgedrängt habe, sagte die Rednerin. Offensichtlich habe Becher kein Interesse daran, mit Schönheit zu glänzen und in Farben zu schwelgen. „Frauke zeigt das Gebrochene, das sich nicht danach sehnt, anderen zu gefallen“, erklärte Digel. Bilder, die Müllkippen oder karge Landschaften darstellen, sind hierfür Beispiele. Hunde, Vögel und Menschen müssten lernen zu überleben, wie etwa bei dem Gemälde „Frühstück im Grauen“, das fatal an die derzeitige Erdbebenszenerie in Haiti erinnert.

Frauke Becher benutzt häufig Zeitungsfotos als Vorlagen. Damit würden normalerweise Texte illustriert, die einen Ausschnitt der Wirklichkeit repräsentieren und in ihrer Wirkung vergänglich seien. Anders sei es, wenn diese Pressefotos in Ölgemälde verwandelt würden, erklärte Digel. Der Zusammenhang mit dem Text sei nicht mehr vorhanden, und das Grundthema werde deutlicher: Wo hat der Mensch seinen Platz auf der Welt? Und wie sieht dieser Platz aus?

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. März im Alten Bahnhof zu sehen. (zmm)

Quelle: HNA

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