Ölmühle Haubern experimentiert mit der alten Kulturpflanze Leindotter

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Im Leindotterfeld: Der Hauberner Martin Schmidtmann baut für die Ölmühle Haubern zirka einen Hektar der alten Kulturpflanze an. Fotos: mjx

Haubern. Auf dem Feld von Martin Schmidtmann in Haubern schimmert es grünlich- gelb. Dort blüht Leindotter. Seit vier Jahren experimentieren die Mitglieder der Ölmühle Haubern mit der alten Kulturpflanze, aus der sie seit zwei Jahren ihr Keltenöl pressen.

Das Kreuzblütengewächs blüht nur ganz kurze Zeit, schildert der Vorsitzende der Ölmühle, Detlef Möbus – die einzelne Blüte nur ein bis zwei Tage. Da aber nicht alle Pflanzen gleichzeitig in voller Blüten stehen, ist der grünlich-gelbe Schimmer zirka eine Woche zu sehen.

Die Blüten sind nur sehr klein, nicht so ausgebildet wie etwa beim Raps, aus dem die Hauberner ebenfalls Öl pressen. Während die Hauberner Ölmüller mit dem Raps schon etliche Jahre Erfahrung haben, betreten sie mit dem Leindotter noch Neuland. Diesmal haben sie Erbsen als Begleitpflanze mit auf das Feld ausgesät. Die Erbse rangelt sich an der schneller wachsenden Leindotterpflanze empor.

„Die Erbsen verstärken noch den erbsigen Geschmack des Leindotters, das ist eine tolle Synthese“, sagt Detelf Möbus. Geerntet werden beide zusammen. Da Erbsen viel größer sind als Leindottersamen, kann man sie gut trennen. Die Erbsen werden wahrscheinlich an heimische Geflügelzüchter verkauft.

Zirka einen Hektar hat Martin Schmidtmann mit Leindotter bestellt. Er ist seines Wissens nach der einzige Landwirt im Landkreis, der die alte Kulturpflanze anbaut.

Seit 2012 stellen die Hauberner ihr Keltenöl her. Ihm werden, wie berichtet, gute gesundheitliche Eigenschaften attestiert. Von Bedeutung ist der Gehalt an Alpha-Linolensäure, einer Omega-3-Fettsäure. Hervorzuheben ist besonders das Verhältnis der Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren im Leindotteröl von etwa 1:3. Diese Fettsäurebalance ist aus ernährungsphysiologischer Sicht positiv zu bewerten. „Da sind Stoffe drin, die uns jung und gesund halten“, hatte die Frankenberger Ernährungsberaterin Dr. Gabriele Knipp in der HNA dem Leindotteröl bescheinigt. (mab)

www.oelmuehle-haubern.de/

Quelle: HNA

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