Koalition im Land: Es geht viel zusammen

Michael Boddenberg (CDU-Landtagsfraktion) sprach über Kooperation mit Grünen

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Über den Dächern von Frankenberg: Von der Dachterrasse der Frankenberger Bank warfen (von links) Bürgermeister Rüdiger Heß, Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg, Stadtrat Thomas Rampe, Bundestagsabgeordneter Bernd Siebert, Landtagsfraktionsvorsitzender Michael Boddenberg und der Frankenberger CDU-Vorsitzende Thomas Müller einen Blick auf die Stadt. Foto:  mjx

Frankenberg. Er redet gerne davon, ein Quereinsteiger zu sein: Ehe Michael Boddenberg 1988 in die CDU eintrat, machte er 1983 seine Meisterprüfung im Fleischerhandwerk. Heute ist er einer der Architekten der hessischen CDU, seit Anfang des Jahres ist der 54-Jährige Vorsitzender der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag.

Jetzt war Michael Boddenberg Gastredner beim Frühjahrsempfang des Frankenberger CDU-Stadtverbandes. Früher war diese Veranstaltung einmal ein Neujahrsempfang, inzwischen hat sie sich in den Sommer hinein verlagert.

Im Frankenberger Stadtparlament gibt es eine Schwarz-Grüne Koalition – und in Wiesbaden eine Schwarz-Grüne Landesregierung. Deshalb sollte Boddenberg in Frankenberg über „alle Facetten Schwarz-Grüner-Politik“ berichten, wie es Stadtverbansdvorsitzender Thomas Müller formulierte. Auch einige heimische Grüne waren Gast beim CDU-Frühjahrsempfang – unter anderem der Landtagsabgeordnete Jürgen Frömmrich.

Schwarz ist nur eine Farbe

45 Minuten redete Boddenberg in den Räumen der Frankenberger Bank – 45 Minuten ohne Punkt und Komma. In seinem beeindruckenden Beitrag sprach der CDU-Politiker wie gewünscht auch über Schwarz-Grün – wobei Boddenberg allerdings immer die Formulierung „CDU-Grüne-Koalition“ verwendete: „Ich versuche, das Wort CDU wieder so auszusprechen, wie ich das gelernt habe“, sagte Boddenberg: Schwarz sei schlichtweg nur eine Farbe.

Boddenbergs Botschaft nach den ersten knapp sechs Monaten Schwarz-Grüner Koalition in Wiesbaden: „Wir haben jetzt festgestellt, CDU und Grüne, dass trotz mancher sehr unterschiedlicher Vorstellungen in der Politik viel zusammengeht.“ Bei CDU und Grünen gebe es inzwischen viele Maßnahmen, „wo Übereinstimmung besteht“. Eine wesentliche Aussage Boddenbergs: „Eine große Koalition in Hessen wäre ja langweilig.“

Der Fraktionsvorsitzende streifte auch viele andere Themen. Er sprach über die erneuerbare Energiewende („Die haben wir nicht aus der innerlichen Überzeugung gewonnen, sondern war eine Reaktion auf Fukushima.“), über die Autobahn A 4 („Das wird noch einen Moment dauern.“) und auch über die Bildungspolitik („Jeder muss eine Chance haben. Wir brauchen weiterhin ein differenziertes, gegliedertes Schulwesen.“

Fragerunde am Ende

Boddenberg zur Zukunft der Schwarz-Grünen Koalition: „Wenn wir erfolgreich miteinander arbeiten, werden wir versuchen, das fortzusetzen.“ Trotz WM: Auch für eine Fragerunde hatte Boddenberg am Ende noch Zeit.

Dass es in Frankenberg gegenwärtig „mit Schwung vorangeht“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß.. Und: „Unter Berücksichtigung unserer finanziellen Möglichkeiten werden wir uns nicht ausruhen.“ (mjx)

Quelle: HNA

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