Oldies für die Herzen der Fans

Nostalgisches Motorradrennen auf Battenberger Stadtring

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Opa und Enkel: Horst Specht hatte seine „Lieblinge“ mit dem Trecker nach Battenberg gefahren. Enkel Malte ist stolz auf den Opa.

Battenberg. Da wundern sich selbst Hänsel und Gretel in der Battenberger Stadtmitte, dass es einmal im Jahr um sie herum so richtig laut wird. Wahrscheinlich ist es ihnen egal, denn die vielen Menschen, die dann nach Battenberg kommen, haben kaum ein Auge für sie. Die Fans kommen vielmehr, um die vielen gepflegten Oldtimer-Motorräder zu sehen – und auch zu hören.

„Das ist ein Sound!“, sagt ein älterer Zuschauer und erinnert daran, dass er schon als Zehnjähriger zu den Rennen am Battenberger Ring gegangen ist.

Für viele Besucher war es zweifellos ein Stück Erinnerung an den „Battenberger Ring“ aus den frühen Anfängen der 1960er-Jahre, die sie am Sonntag in Battenberg erleben durften. Auf jeden Fall bedankte sich Lothar Guth vom Organisationsteam des Motorsportclubs Battenberg über Lautsprecher bei allen Fans für ihr Kommen. Dabei erinnerte Guth auch an den schwarzen Sonntag von vor 60 Jahren – und bevor die erste Rundfahrt startete, rief er im Gedenken an die Toten von 1952 zu einer Schweigeminute auf.

Zunächst wurden die Motorräder in der Battenberger Hauptstraße präsentiert. Viel Fachgesimpel wurde geführt – schließlich kennen sich die Experten in den Oldtimerkreisen und freuen sich, wenn sie ihre jahrelange Arbeit präsentieren können.

Viel Arbeit im Winter

So hat der Zündapp-Fahrzeugpark beim 73-jährigen Karl-Heinz Winter aus Battenberg Nachwuchs bekommen, „Ich habe mir ein BMW-Gespann gekauft, das 43 Jahre im Keller gestanden hat. Da habe ich über Winter nun viel Arbeit“. Überall konnte man die deutschen Traditionsmarken sehen: BMW, DKW, Zündapp, Adler, Horex und auch eine 1000er-Laverda. Beim Anblick der wehrmachtsgrauen Zündapp KS 750, Baujahr 1941, vom Ehepaar Kontny aus Dautphe, kam der 80-jährige Helmut Blumfeld aus Dotzlar ins Schwärmen: „Die habe ich auch gefahren, die war das Beste, was wir damals hatten.“ Die Kontnys kommen immer wieder nach Battenberg, fahren aber nicht mehr bei der Historischen Rundfahrt mit: „Das überlassen wir den Jüngeren.“

Nachdem die beiden „Weißen Mäuse“ a.D. Rainer Gasse und Lothar Guth im geliehenen BMW-Gespann die Strecke abgefahren hatten, kam das O.k. für den ersten Start: 17 Renn- und Straßenmaschinen über 250 Kubikzentimeter gingen über die Distanz von drei Runden über den Battenberger Stadtkurs. Beifall bekamen die Fahrer, als sie am Zuschauer umsäumten Hänsel und Gretel-Brunnen die Strecke unfallfrei wieder verließen.

Als nächstes starteten die Gespann und Straßenmaschinen bis 250 Kubikzentimeter. Dabei ging es den Fahrern vor allem darum, ihre „Schätzchen“ heil wieder zurück zu bringen. Mit dabei waren auch die drei Winters aus Battenberg, alle auf Zündapp. Vater und Opa Karl-Heinz mit der Solomaschine Baujahr 1953, Sohn Gerd und Enkel Julian waren im Zündapp-Gespann, Baujahr 1955, auf der Strecke.

Moderne Rennmaschinen

Danach starteten noch die die Oldtimer-Autos – und von den Zweiradhändlern Bretter aus Bottendorf und Hebeler aus Rennertehausen wurden ihre Teams zu eine Demo-Fahrt auf modernen Rennmaschinen auf die Strecke geschickt. für die Fans an der Strecke eine absolute Augenweide.

Von Willi Arnold

Quelle: HNA

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