Unfall mit Mercedes

Oldtimer in zwei Jahren wieder fahrbar

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Schmerzlicher Vergleich: Michael Deuker mit seinem Mercedes-Benz 300 SL Coupé im Sommer 2011 und das Fahrzeug nach dem Unfall nahe Pleidelsheim in der vergangenen Woche.Archivfotos: mba/dpa

Gemünden - FZ-Redakteur Malte Glotz spricht mit Michael Deuker, dem Besitzer des Mercedes 300 SL Coupé, der bei einer Werkstattfahrt kaputt gefahren wurde.

- Herr Deuker, wie haben Sie von dem Unfall ihres 300 SL Coupé erfahren?

Die Werkstatt hat mich nach dem Unfall angerufen und mir mitgeteilt, dass sie das Fahrzeug nicht schon am Mittwoch bringen können. Eigentlich sollte ich den Wagen vor Ostern bekommen, da habe ich dann gescherzt, dass sie ja nur vier die Tage noch ausnutzen wollen. Dann allerdings wurde das Gespräch etwas ernster...

- Wie war Ihre erste Reaktion auf die Nachricht aus Pleidelsheim, wo der Oldtimer in der Werkstatt war?

Ich hab erst einmal gefragt, ob den beiden Fahrern etwas passiert ist. Ich denke, dass sie nicht verletzt wurden, ist doch das Allerwichtigste. Ob sie zu schnell waren, steht noch nicht fest, die Polizei ist noch am ermitteln, was genau passiert ist. Aber das Auto ist tückisch. Auch ich war schon in brenzligen Situationen. Das Falscheste, was man dann machen kann, ist zu bremsen. Bei neuen Wagen springen ABS und ESP an - hier nicht.

- Aus welchem Grund war der „Gullwing“ in Württemberg der Werkstatt?

Der Wagen ist dort öfters, das sind Vollprofis für alte Mercedes. Es stand die reguläre TÜV-Abnahme an, auch für die Rennen. Aber das ist anders, als heute: Der Wagen muss vor dem Messen der Abgaswerte eingefahren werden, damit er die richtigen Ergebnisse liefert. Darum waren die beiden wohl unterwegs. Man kann den 300 SL natürlich mit 80 oder 90 Kilometer in der Stunde einfahren, oder aber 150.

- Sie haben die Rennen angesprochen: Eigentlich wollten Sie ab April mit dem Fahrzeug an diversen Oldtimer-Rallyes teilnehmen. Fällt das jetzt aus, oder haben Sie Ersatz in der Hinterhand?

Wir waren mit dem 300 SL Coupé immer gern gesehene Gäste auf Rennen in der Region und darüber hinaus. Der Wagen fällt einfach auf - für jeden Mercedes-Liebhaber ist das etwas ganz Besonderes. Jetzt nehmen wir mir einem 280 SL Pagode an den Rallyes teil. Das ist auch ein schönes Auto, aber es ist eben nicht das Selbe.

- Hatten Sie bereits die Möglichkeit, den Wagen anzusehen? Wie schätzen Sie den Schaden ein?

Eigentlich sollte das Fahrzeug am Mittwoch nach Gemünden gebracht werden. Also hatte ich an dem Tag ohnehin nichts vor, denn meist mache ich dann eine kurze Abnahme, ein Techniker schaut nochmal drüber. Stattdessen bin ich vergangene Woche nach Pleidelsheim, um mit den Schaden anzuschauen: Da blutet einem schon das Herz. Der Wagen ist jetzt fast 25 Jahre in meinem Besitz. Ich habe ihn selbst als Restauration-Objekt gekauft und viel Zeit und Arbeit hinein investiert. Seit zwölf Jahren ist er voll restauriert und mit einer eins bewertet.

- Was wiegt schwerer: der materielle oder der ideelle Verlust?

Richtig wertvoll ist der 300 SL erst in den vergangenen zehn Jahren geworden. Da haben viele Leute Oldtimer als Geldanlage entdeckt - auch wegen der Probleme an den Börsen, mit Immobilien und so weiter. So habe ich das allerdings nie gesehen.

- Werden Sie den Wagen reparieren lassen - und wenn: in der selben Werkstatt?

Jaja, natürlich (lacht). Die Werkstatt ist spezialisiert auf derartige Fahrzeuge. Natürlich bedarf so eine Restauration Zeit, aber es war sofort klar, dass sie mir den Wagen wieder herstellen werden. Ich gehe davon aus, dass er etwa in zwei Jahren wieder fahrbar ist. Die Versicherung wird den Prozess natürlich mit Gutachten begleiten.

- Der Wagen wird also wieder auf der Straße zu sehen sein und an Rennen teilnehmen?

Aber sicher.

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