Informationen über Dorfentwicklung in Battenberg

"Optimistisch in die Zukunft blicken"

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Zahlreiche Interessierte informierten sich in der Burgberghalle über das neue Dorfentwicklungsprogramm für Battenberg und die Stadtteile.Foto: Mark Adel

Battenberg - Battenberg und die Stadtteile haben die Chance auf Fördergelder. Auch private Hausbesitzer können davon profitieren - wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Über das Dorfentwicklungsprogramm informierte Bürgermeister Heinfried Horsel gemeinsam mit Planern und Vertretern des Landkreises.

Es gehe um die Zukunft der gesamten Stadt, verdeutliche Bürgermeister Heinfried Horsel bei der Begrüßung in der Burgberghalle. „Wir haben allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.“ Das Land unterstütze die Stadt bei seinen Bemühungen, eine lebenswerte Umgebung zu erhalten – das sei nur bei wenigen Kommunen der Fall. Horsel sieht das Programm deshalb als „große Chance“. Zusammen mit Heike Brandt und Sonja Kunze vom Planungsbüro AKP, Renate und Werner Buchenauer vom Planungsbüro Buchenauer sowie Sigrid Göbel vom Fachdienst Regionalentwicklung des Landkreises informierte er über das neue Dorfentwicklungsprogramm.

Die Stadt ist mit allen Ortsteilen in das zehn Jahre laufende Förderprojekt aufgenommen worden (FZ berichtete). Dieses Programm ersetzt die bisher bekannte Dorferneuerung, die nur auf jeweils einen Ort beschränkt war. Hintergrund: Das Projekt „Zukunftssicherung“ war in der Kernstadt von der Kasseler Universität begleitet worden. Bürger hatten – mit fachlicher Unterstützung – Ideen und Vorschläge erarbeitet, wie sie sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels die Zukunft Battenbergs vorstellen. Das hatte dazu geführt, dass die Umsetzung der Projekte gefördert werden soll. Ein Großteil des Fördergelds dürfte folglich in die Kernstadt fließen, denn in den vergangenen 30 Jahren waren Dodenau, Frohnhausen und Laisa im Dorferneuerungsprogramm. Lediglich Berghofen hatte davon bislang nicht profitiert. Insgesamt stünden 750.000 Euro zur Verfügung, sagte Sigrid Göbel. „Gibt es weitere sinnvolle Projekte, kann das aber erweitert werden.“

Sigrid Göbel von der Kreisverwaltung rief die Bürger zum Mitmachen auf: „Es geht um ihren Lebensraum.“ Zunächst sind Rundgänge und Workshops in allen Stadtteilen geplant, allerdings nicht in der Kernstadt – schließlich haben sich dort schon die Arbeitsgruppen des Projekts Zukunftssicherung mit der Stadtentwicklung befasst. Das Programm ist zweigeteilt, gefördert werden kommunale und private Projekte. Kommunal: In Foren wird ein „integriertetes kommunales Entwicklungskonzept“ erarbeitet, kurz „IKEK“. Einzelne Arbeitsgruppen befassen sich mit Dorfleben, Kultur, Soziales, Siedlungsentwicklung, Wirtschaft und Versorgung sowie Freizeit, Tourismus und Natur.Fachlich unterstützt werden sie dabei vom Kasseler Planungsbüro AKP.

Das IKEK soll bis zum Sommer vorliegen, im Herbst 2014 könnten erste Projekte in Angriff genommen werden. Privat: Hauseigentümer können in den nächsten zehn Jahren Zuschüsse beantragen, wenn sie zum Beispiel eine nicht genutzte Scheune zum Wohnhaus umbauen wollen – egal, in welchem Stadtteil sie wohnen. Dazu müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein: Wie schon bei der Dorferneuerung wird das Fördergebiet festgelegt. Denn im Kern sollen auch bei diesem Programm vor allem die Besitzer älterer Wohngebäude – etwas bis Baujahr 1950 – profitieren.

Ziel ist, das Leben im Ortsinneren zu erhalten. Richtlinien werden in einem „städtebaulichen Fachbeitrag“ festgehalten, den das Planungsbüro Buchenauer aus Marburg erstellt. Sigrid Göbel kündigte eine Informationsveranstaltung für das nächste Jahr an, bei der es ausschließlich um die Förderung privater Projekte geht. In Einzelfällen könnten aber auch Häuser außerhalb der Dorfkerne oder jüngere Häuser ins Fördergebiet aufgenommen werden, berichtete Renate Buchenauer. Das sei neu, ergänzte Sigrid Göbel auf Nachfrage von Lorenz Kreis aus Laisa: Anders als beim bisherigen Dorferneuerungsprogramm, könnten nun in Ausnahmefällen sogar Arbeiten an Häusern genehmigt werden, die erst in den 70er Jahren erbaut wurden.

Grundsätzlich richte sich aber auch das neue Programm vor allem an Besitzer älterer Gebäude. Der Magistrat beauftragt zudem ein Ingenieurbüro, dass alle Bürger kostenlos berät. Bezuschusst werden 30 Prozent der Kosten, maximal gibt es jedoch 30.000 Euro vom Land. Investiert werden müssen mindestens 10.000 Euro – diese Regel ist neu. (da)

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