Frankenberg

Orchester der Edertalschule glänzt bei drei Konzerten

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- Frankenberg (jos). Die drei Konzerte am Wochenende in der Frankenberger Kulturhalle ließen die insgesamt mehr als tausend Zuschauer beinahe vergessen, dass auf der Bühne Schüler und keine Berufsmusiker sitzen.

Das Orchester der Edertalschule ist in jüngster Zeit trotz der üblichen abiturbedingten Besetzungswechsel immer mehr gereift. Sein spielerisches Niveau ist an der Schwelle zur Professionalität – das haben die traditionellen Schulkonzerte am Wochenende deutlich gemacht. Der Andrang auf das musikalische Angebot am Frankenberger Gymnasium ist mittlerweile so groß, dass es neben dem eigentlichen Orchester noch ein Jugendorchester gibt, das ebenfalls eine beachtliche musikalische Qualität erreicht.

Unter der Leitung von Matthias Müller spielten die Nachwuchsmusiker am Freitag eine Schulorchester-Bearbeitung einer Beethoven-Ouvertüre und mit „Money, money, money“ der schwedischen Kultband ABBA auch moderne Literatur. Bei den Konzerten am Samstag und Sonntag durften dann die Orchesterklassen der Jahrgangsstufen fünf und sechs auf die Bühne. Auch durch ihre Auftritte wurde deutlich: Um mangelnden Nachwuchs muss sich das Orchester des Gymnasiums keine Sorgen machen.

Das große Orchester eröffnete sein Programm mit einem besinnlichen Andante festivo für Streicher, nachdem die Big Band zuvor mit Titeln wie „Brass Machine“ einen fetten Sound mit starkem Groove hingelegt hatte. Im Kontrast dazu stand Johann Severin Svendsens Romanze für Violine und Orchester, bei der Konzertmeisterin Carolin Traute-Breidenbach als Solistin glänzte. Den Taktstock hatte bei den Streicherstücken genau wie bei der obligatorischen Zugabe „Pomp and Circumstance“ die Schülerin Ann-Sophie Mengel übernommen.

Das Allegro moderato aus Franz Schuberts Sinfonie Nr. 7 dirigierte dann „Maestro“ Markus Wagener. Die Sinfonie wurde berühmt als die „Unvollendete“. Sie war beim Schulorchester-Konzert spielerisch leider einer der schwächsten Programmpunkte. Beim Allegro aus Franz Dopplers Doppelkonzert für zwei Flöten brillierten Laura Vogler und Susanne Kraft als Solisten. Beide zogen sich vor dem Auftritt die Schuhe aus – das scheint eine typische Flöten-Angewohnheit zu sein, denn vor den beiden Solistinnen vom Wochenende haben schon viele Querflötistinnen aus dem Schulorchester barfuß gespielt. Im Wechsel mit den anderen Solisten spielte Micha Elsebach bei den Konzerten am Samstag und Sonntag das Allegro aus Franz Danzis Fagott-Konzert.

Stärkstes Stück vor der Pause war ein sinfonisches Medley aus „Lord of the dance“, bei dem die Zuschauer zum Mitstampfen eingeladen waren. Bei diesem Werk, das sich zu einem neuen Parade-Stück des Schulorchesters entwickeln könnte, durfte das Schlagwerk endlich richtig ran. Die Trommler haben sich zu einem starken Register gemausert, auch im hohen Blech spielen derzeit einige Spitzenleute. Im Grunde begeisterte das Orchester jedoch mit einer großartigen Mannschaftsleistung.

Die zweite Konzerthälfte eröffneten die Blechbläser mit einem Beatles-Stück von der Empore aus. Höhepunkt wurde die Feuervogel Suite von Igor Stravinsky, die die Schüler samt aller rhythmischer „Gemeinheiten“ beeindruckend meisterten. Gabriel Faurés Pavane ließ die Zuhörer noch einmal durchatmen, bevor es mit Johann Strauß‘ Pizzicato-Polka beinahe volkstümlich wurde. Mit dem Danzon No.2, einer anspruchsvollen Rumba, setzten die Musiker ein letztes Glanzlicht. Ohne Zugaben kamen sie allerdings nicht von der Bühne.

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