Burgwald

Ortsumgehung: Erstaunen über Verschiebung der Trasse

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- Burgwald (vk). Die Nachricht, dass sich bei der geplanten B-252-Ortsumgehung von Ernsthausen die Trasse „7 modifiziert“ im Senkelbachtal zur Querung der Bahnlinie um 400 Meter nach Norden verschieben wird, hat bei dem Verein großes Erstaunen ausgelöst.

„Wenn solche Linienverschiebungen möglich sind, warum sollte dann nicht auch in Ernsthausen ein weiteres Abrücken der Trasse im Bereich der Darmstädter Straße und des Reitplatzes sowie eine Rückführung der Linienziehung zur gut ausgebauten B-252-Strecke Schafterbach möglich sein?“, fragte VSELB-Vorsitzender Reinhard Mayer im Anschluss an eine Ortsbesichtigung und erneuerte diese Forderungen. Die Vereinsmitglieder begrüßten bei dem Treffen, dass die Planungen zur B-252-Umgehung zwischen Wetter und Münchhausen eine weitere Hürde genommen haben.

Auch dass „nach monatelangem Planen und Schweigen im Amt für Straßen- und Verkehrswesen Bad Arolsen“ die Information kam, dass die Linienführung im Senkelbachtal um 400 Meter geändert werden solle, sei grundsätzlich positiv zu bewerten. „Vor Jahren schon haben Hermann Briel von der Bürgerliste Ernsthausen und Wulf Hahn von Regio Consult Marburg diesen Punkt der Linienführung beanstandet und auf die Entwässerungsproblematik der kreuzenden Wirtschaftswege hingewiesen“, erinnerten die Mitglieder des Vereins.

Man habe immer noch die Aussage des Referatsleiters Martin Weber aus dem Hessischen Verkehrsministerium zum Planungsstand bei einer Bürgerversammlung in Ernsthausen im Ohr, erklärte Torben Majewske, stellvertretender VSELB-Vorsitzender: Damals habe es geheißen: „Die Linie ist festgezurrt und es wird, wenn überhaupt noch notwendig, höchstens noch um ein bis zwei Meter verschoben.“ Deshalb müsse man nun gespannt sein, welche „Überraschungen angesichts der so festgezurrten Linienführung uns da noch erwarten“.

Dass die jetzige Verlegung der Bahnquerung nach Norden naturschutzrechtlich weit sensiblere Bereiche berühre, stellte die Gruppe bei ihrem Geländebegang im Senkelbachtal fest. Angesichts der immer knapper werdenden Gelder für den Straßenbau sei man ohnehin gespannt, welchen Weg diese dringend notwendige, in dieser Form aber umstrittene Umgehung gehen werde. Beim Neubau von Straßen gegen erhebliche Widerstände aus Naturschutzverbänden, Vereinen, Bürgerinitiativen und Landwirten falle den Politikern die Benutzung des Rotstiftes umso leichter.

„Noch ist unsere Umgehung nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben“, hofft Reinhard Mayer. Es werde jedoch noch eine Abstimmung geben, die mit einem klaren „Nein“ zu dieser Trassenvariante „7 modifiziert“ den Weg für eine Planung unter Einbezug des Schafterbaches und Hinführung zur K 117 ab dem ehemaligen Forsthaus Wolkersdorf öffnen könnte. „Diese echte Chance sollte für die Bürger der Gemeinde Burgwald und deren Lebensraum genutzt werden.“

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