Bürgermeister Lothar Koch wirbt für die Bürgermeisterwahl in Burgwald

"Ortsumgehung scheitert am Geld"

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Bürgermeister Lothar Koch steht am 30. November zur Wahl. Er wirbt in den Ortsteilen der Gemeinde in Bürgergesprächen um die Stimmen der Burgwalder.Foto: Patricia Kutsch

Burgwald-Bottendorf - Lothar Koch will Bürgermeister bleiben. Dafür macht er auch das Kreuzchen im „o“ seines Nachnamens - und wirbt in den Ortsteilen der Gemeinde um Stimmen. In Bottendorf kam er dabei mit den Bürgern ins Gespräch über Investitionen und die Ortsumgehung.

Bürgermeister Lothar Koch will in die zweite Amtszeit gehen. Am 30. November steht er zur Wahl. Er ist der einzige Kandidat und er sucht die Unterstützung aller Bürger „seiner“ Gemeinde. In Bürgergesprächen in den einzelnen Dörfern stellt er sich den Fragen, liefert Antworten und wirbt für seine Wiederwahl.

In Bottendorf kamen 30 Besucher ins Dorfgemeinschaftshaus, um mit Koch über seine Wahlziele und anstehende Projekte zu sprechen - von der Interessengemeinschaft Zukunft für Bottendorf, den Kritikern der geplanten Siloanlage, war niemand dabei. Koch hätte bei der Veranstaltung mit mehr Interesse seitens der Bottendorfer gerechnet - in Wiesenfeld waren 50 Besucher bei seinem Bürgergespräch dabei. Koch nahm es relativ gelassen, vermutete in der geringen Beteiligung schon ein Zeichen für die prognostizierte schlechte Wahlbeteiligung am 30. November. Denn viel zu Wählen gibt es nicht: Die Bürger können lediglich ein Kreuz bei „Ja“ oder „Nein“ unter dem Namen des einzigen Bewerbers setzen.

Der Amtsinhaber wirbt vor allem darum, dass die Burgwalder zur Wahl gehen - und am besten für Koch stimmen. Deshalb zog er in den Bürgergesprächen einen Strich unter seine erste Amtszeit und analysierte anschaulich, was er vor seiner ersten Wahl versprochen hat und was bisher umgesetzt wurde. Die Bilanz viel dabei sehr positiv aus: Der einzige nicht eingehaltene Punkt war die Gründung eines Arbeitskreises „Wohnen, Leben und Arbeiten“. Das will Koch sich für seine zweite Amtszeit aufheben, sagte er mit einem Lachen im Gesicht.

Viel länger ist seine Liste der umgesetzten Versprechen: Die Verwaltung sei bürgernah, eine Ausbildungsstelle und ein Platz für einen Jahrespraktikanten etabliert. Der Seniorenbeirat wurde 2009 gegründet und die flexibleren Betreuungszeiten in den Kitas ausgebaut. Zudem baue die Gemeinde verstärkt auf Eigenleistung - wie etwa bei der Sanierung des alten Kindergartens in Bottendorf.

Die Konsolidierung des Haushalts ist auch ein Baustein seiner Pläne, für die Koch wirbt. Die Gemeinde sei auf einem guten Weg - wurde aber zurückgeworfen von ungeplanten Ausgaben, wie bei den Dorfgemeinschaftshäusern in Burgwald und Bottendorf, deren Statik nicht ausreichend war oder der ausgefallene Tiefenbrunnen in Wiesenfeld. „Durch zwei Projekte ist das ganze Sparen über den Haufen geworfen.“

Die Ansiedlung des Autohauses Hofmann schreibt Koch sich zu: Frankenberg habe dem Unternehmen abgesagt, da es genug Autohäuser gebe. Koch habe Hofmann schließlich angerufen und mit ihm über die Investitionen gesprochen. „Das sind einige neue Arbeitsplätze und es tut sich etwas im Gewerbegebiet.“ Ein Erfolg seien in Bottendorf auch das Neubaugebiet „Unterfeld“, in dem sich viele junge Familien angesiedelt haben, sowie der Anbau an den Kindergarten. „Aus heutiger Sicht hätte der Anbau noch größer sein können“, sagte Koch über den großen Zuwachs in Bottendorf.

Für die neue Amtszeit will der Bürgermeister die Gemeinde weiter vorwärts bringen mit neuen Ideen. Es sei ihm wichtig, beide Grundschulstandorte zu erhalten und einen Jugendbeirat zu gründen - für den haben sich laut Koch schon Jugendliche gemeldet. Ganz oben auf der Liste stehen zudem die Dorfinnenentwicklung und der Erhalt der Infrastruktur. „Auf fünf Ortsteile gesehen wird das ein dickes Brett, das wir nur mit viel Eigenleistung bohren können. Aber wenn wir weitermachen wie in den vergangenen Jahren, sind wir auf einem guten Weg.“

In Bottendorf kam natürlich das Thema Ortsumgehung auf das Tableau: „Es gibt nichts neues“, sagte Koch. Einige Entwürfe müssten überarbeitet und beispielsweise ein Baumhöhlenkataster erstellt werden. Mit dem Antrag auf Planfeststellungsverfahren rechnet Koch nächstes Jahr, mit dem Bau nicht mehr in diesem Leben. „Bisher sind für diesen Bauabschnitt 35 Millionen Euro geplant und im besten Fall wird er 2022 fertig sein“, sagte der Bürgermeister. „Während meiner Amtszeit werde ich es nicht mehr erleben. Vielleicht erlebe ich es auch biologisch nicht.“ Der Bau werde am Geld scheitern, selbst wenn Baurecht da ist.

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