50 Teilnehmer bei Kundgebung auf Obermarkt und vor Burgwaldkaserne von Frankenberg

Ostermarschierer: Krieg in Afghanistan wird vor Bevölkerung verschleiert

50 Teilnehmer bei Kundgebung auf Obermarkt und vor Burgwaldkaserne von Frankenberg

Frankenberg. Ruhig und friedlich, ganz so wie es sich die Organisatoren auf die Fahnen geschrieben hatten, fand am Samstag der Ostermarsch in Frankenberg statt.

50 Teilnehmer aus verschiedenen Religionsgemeinschaften, Verbänden, Parteien und anderen Organisationen hatte sich neben dem Kump auf dem Frankenberger Obermarkt versammelt - einen Tag nach dem Angriff auf die Bundeswehr am Karfreitag in Afghanistan. An dem Gefecht nahe Kundus waren keine Frankenberger Soldaten beteiligt.

Gerhard Lueg, Pfarrer aus Bad Arolsen, betonte: „ Seit 50 Jahren gibt es Ostermärsche und seit 50 Jahren sind die Teilnehmer gegen Militarismus und Krieg und für den Frieden unterwegs.“ Von deutschem Boden sollte nie wieder ein Krieg ausgehen - "und nun ist die Bundeswehr seit neun Jahren in Afghanistan im Krieg", war der kritische Tenor der meisten Redner.

Es sei ein Krieg, "der vor der deutschen Bevölkerung verschleiert wird". Lueg: „ Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan kostet zehnmal mehr pro Jahr, als für den zivilen Wiederaufbau verwendet wird."

Vom Obermarkt zogen die Ostermarschierer dann durch die Fußgängerzone und die Marburger Straße zur Burgwaldkaserne, denn auch junge Frauen und Männer aus der Region seien in Afghanistan im Einsatz, so die Teilnehmer.

Bundeswehr-Sprecher: Opfer aus Niedersachsen

Alle bei dem Gefecht getöteten und verletzten Bundeswehrsoldaten waren aus dem niedersächsischen Standort Seedorf nach Afghanistan abkommandiert worden. Das bestätigte der Sprecher der in Seedorf, 70 Kilometer westlich von Bremen, stationierten Luftlandebrigade 31, Hauptmann Björn Gornik, am Samstag in einer kurzen Stellungnahme vor der Kaserne.

Die Angehörigen der am Karfreitag getöteten drei deutschen Soldaten seien persönlich benachrichtigt worden. Bei den stundenlangen Kämpfen waren auch acht deutsche Soldaten verletzt worden, vier von ihnen schwer. (jun)

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Quelle: HNA

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