Dodenauer wollen Denkmal erneuern

Ostlandkreuz erinnert an Vertreibung

+
Manred Glöser von Verein 825 Jahre hat sich mit der Geschichte des Ostlandkreuzes befasst. Der Ortsbeirat will das Holzkreuz sanieren und eine Gedenktafel anbringen.Fotos: Mark Adel / Franz Körper (2)

Battenberg-Dodenau - Nur wenige Dodenauer kennen die Bedeutung des Kreuzes, das über dem Dorf langsam verfällt. Der Ortsbeirat möchte das Mahnmal erneuern und eine Gedenktafel daran aufstellen.

Battenberg-Dodenau. Das Kreuz erinnert an die Vertreibung im Zweiten Weltkrieg aus dem damaligen Osten Deutschlands. Am 12. September 1954 war es anlässlich eines „Tags der Heimat“ feierlich aufgestellt worden. Zahlreiche Dodenauer verfolgten die Feierstunde.

60 Jahre später kennt kaum ein Dodenauer noch die Bedeutung des Kreuzes, das 1967 nochmals versetzt worden war - am bisherigen Standort wurde ein Wochenendhaus gebaut. Seitdem steht es am Wasserhochbehälter, wo jedes Jahr das Osterfeuer stattfindet.

Am Mittwoch war das Kreuz Thema einer Ortsbeiratssitzung. Manfred Glöser vom Verein „825 Jahre“ hatte sich mit der Geschichte des Kreuzes befasst und informierte vor Ort. Der Dodenauer Ortsverband der Heimatvertriebenen habe 1954 die Aufstellung des Kreuzes beantragt, berichtete Glöser.

Die Gemeinde habe seinerzeit zugestimmt. Die Aufstellung war ein großes Fest, die Schirmherrschaft hatte Landrat Heinrich Kohl übernommen, Feuerwehrkapelle, MGV und Spielmannszug traten auf. „Ein mahnendes Kreuz für alle Deutschen“, titelte die Frankenberger Zeitung damals. Auf dem Sockel, der nicht mehr existiert, war „Unvergessene Deutsche Heimat 1954“ eingemeißelt.

Bei der Umsetzung 1967 wurde das Kreuz um 1,50 Meter gekürzt. Danach geriet das Denkmal in Vergessenheit, bis der Ortsbeirat im vergangenen Jahr darauf aufmerksam wurde und feststellte, dass viele Bürger die Bedeutung des Mahnmals gar nicht kennen. In den vergangenen Jahren sei lediglich im Rahmen eines Ein-Euro-Jobs das Holz gestrichen worden, berichtete Ortsvorsteher Wolfgang Stein.

Feierstunde zum Jahrestag

Doch inzwischen ist das Holz stark verwittert, die Befestigung am Sockel verrostet, langsam wächst das Mahnmal zu. Nun soll das Kreuz anlässlich des 60. Jahrestags der Aufstellung erneuert werden, möglicherweise sogar in der ursprünglichen Größe neu angefertigt werden. Geplant ist, zu einer Feierstunde Zeitzeugen einzuladen. Der Ortsbeirat will den Magistrat um Unterstützung bitten und die Erinnerung an die aus der Heimat vertriebenen Mitbürger wachhalten. Geplant ist außerdem die Aufstellung einer Gedenktafel, die über die Bedeutung des Kreuzes informiert. Ortsvorsteher Wolfgang Stein rechnet mit Kosten in Höhe von einigen Hundert Euro. Als Termin für eine Feierstunde mit Vorstellung des restaurierten Kreuzes kommt der 12. September, der 60. Jahrestag der Aufstellung, in Betracht.

Kommentare