Parlament beschließt:

Flüchtlinge in Gemünden ziehen von Kulturhalle in frühere Geka-Gebäude

Sind künftig Standort der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gemünden: Die Gebäude des früheren Geka-Komplexes. Archivfoto: Daum

Gemünden. Nun hat auch das Gemündener Parlament sein Okay gegeben - und zwar einstimmig. Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gemünden, die sich derzeit noch in der Sport- und Kulturhalle befindet, wird in die frühere Werkhalle 1 der Firma Geka und in die dort angrenzenden Bürogebäude verlegt.

Die Sport- und Kulturhalle wird anschließend wieder den Bürgern, der Schule und den Vereinen zur Verfügung gestellt. Spätestens bis zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres soll der Umzug passiert sein.

Diesen Plan hatte Bürgermeister Frank Gleim erstmals bei einer Bürgerinformationsveranstaltung Ende Dezember vorgestellt (wir berichteten). Er hatte dort ein überwiegend zustimmendes Votum von den anwesenden Bürgern erhalten. Dennoch wollte er die Verlegung der Erstaufnahmeeinrichtung auch von den Stadtverordneten beschließen lassen, was nun am Donnerstagabend geschah.

„Die Sport- und Kulturhalle muss schnellstens wieder frei werden. Die Ausweichmöglichkeit in die Gebäude der früheren Geka-Werke ist deswegen zu begrüßen. Die Schule braucht die Halle für Sportunterricht, die Vereine für sportliche und kulturelle Veranstaltungen und die Bürger für Feierlichkeiten“, sagte Friedegunde Wagner (SPD). Sporthallen mit Flüchtlingen zu belegen, sei keine geeignete Lösung. Wagner berichtete, dass ihr Landrat Dr. Reinhard Kubat am Telefon gesagt habe, dass die Sport- und Kulturhalle in Gemünden nach der Verlegung der Erstaufnahmeeinrichtung nicht mehr mit Flüchtlingen belegt werde. Diese Aussage bestätigte Kubat auch auf Anfrage der HNA. Der Landkreis denke nicht daran, die Sport- und Kulturhalle dann nochmals mit Flüchtlingen zu belegen, sagte der Landrat.

Hans-Hermann Faust (Bürgerliste) sagte: „Wir haben es mit dem Umzug der Erstaufnahmeeinrichtung in die früheren Geka-Gebäude selbst in der Hand, die Sport- und Kulturhalle unseren Bürgern wieder zurück zu geben. Wir müssen nicht warten, bis das Regierungspräsidium die Sport- und Kulturhalle irgendwann wieder frei macht. Die Verlegung ist eine gute Lösung.“

Auch kritische Worte

Auch die Gemündener CDU-Fraktion sprach sich einstimmig für die Verlegung aus, weil auch sie die rasche Wiederbereitsstellung der Sport- und Kulturhalle für die Bürger befürwortet. Sie brachte neben einem Ergänzungsantrag (Artikel unten) aber auch ein paar kritische Worte ein. „Der Alternativstandort hat einen Haken: Wir werden die Erstaufnahmeeinrichtung noch lange haben. Eine solche Einrichtung gehört unserer Meinung nach aber nicht in eine Kleinstadt wie Gemünden“, sagte Armin Körbs (CDU).

Die Bewältigung des demografischen Wandels könne mit den Flüchtlingen in Gemünden zudem nicht erreicht werden. „Die Asylsuchenden wollen in die Ballungsräume und dort in ihren Kulturkeisen leben. Sie wollen nicht in einer nordhessischen Kleinstadt leben“, sagte Armin Körbs.

Was die CDU-Fraktion und die anderen Parlamentarier im Zuge der Flüchtlingsunterbringung für Forderungen an den Landkreis stellen, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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