Allendorf (Eder)

Pauly kritisiert „Radikallösung“ des Architekten

- Allendorf (Eder) (r). Der FDP-Ortsverband „Ederbergland“ mit Liberalen aus Allendorf, Battenberg, Bromskirchen und Hatzfeld besprach zum Jahresauftakt ausschließlich Themen aus dem Allendorfer Parlament. Dabei kam der neuerliche Anstieg der Schulden zur Sprache.

Drei Projekte würden mit erheblichen Zuschüssen von Kreis und Land in Angriff genommen, berichtete der Gemeindevertreter Erhard Pauly. Im Zuge der Battenfelder Dorferneuerung werde die Kreisstraße von der Dorfmitte in Richtung Ederbrücke ausgebaut. Der Feuerwehrstützpunkt am Bauhof erhalte einen Anbau, und die Kindertagesstätte in Allendorf werde ausgebaut. Die Mitglieder fragten nach dem Umbau des Rennertehäu-ser Dorfgemeinschaftshauses, der für Schlagzeilen gesorgt hatte. Pauly erläuterte den Werdegang. So bemängelte er, dass Bürgermeister Claus Junghenn im Frühjahr 2009 erst spät vorgeschlagen habe, das Pro-jekt für eine Förderung aus dem Konjunkturprogramm anzumelden. Er habe nur etwa 970 000 Euro veranschlagt, obwohl die Mehrheit der Abge-ordneten eine Summe von 1,5 Millionen Euro vorhergesagt habe – eine Million mehr als der Gemeinde nach dem Konjunkurprogramm zugestanden habe, so Pauly. Trotzdem habe die Mehrheit den Umbau beschlossen. Bei den weiteren Entschei-dungen sei es wieder zeitlich sehr eng gewesen. So sei es in der „Karnevalssitzung“ am 11. November zum Beschluss mit Kosten von 1,4 Millionen ge-kommen, Junghenn hatte seinen Widerspruch angekündigt. Danach habe der Bürgermeister den Architekten neue Planungen mit nur noch einer Million Euro Kosten ausarbeiten lassen, die hätten die Ausschüsse Anfang Dezember „kurz vor Toresschluss zur Vergabe von Aufträgen“ zur Kenntnis genommen. Die „Radikallösung“ des Architekten sehe den Abriss des etwa 30 Jahre alten großen Saales vor, der ein Anbau ans ehemalige Schulgebäude sei, sagte Pauly. Das neue Gebäude solle eine „lichte Höhe von vier Metern“ für die Tischtennisspieler erhalten, der neue Saal werde um die jetzige Küche erweitert. Die werde in abgespeckter Ausstattung in den bisherigen kleinen Saal verlegt. Bei einer Nachbetrachtung sei ihm klar geworden, dass neben der notwendigen Grundsanierung der kleine Saal mit seiner niedrigen Höhe und der schlechten Anbindung an den großen Saal das eigentliche Problem dieses Gebäudes sei, sagte Pauly. Er bemängelte, dass alle Wünsche des Ortsbeirates ohne Gewichtung an den Architekten weitergegeben worden seien. „Dies schein allgemein ein Problem in den Kommunen zu sein, dass sich keiner traut, die Bedeutung der Ortsbeiratswünsche einzustufen, um somit zu günstigeren Lösungen zu kom-men“, urteilt er. Hätte der Gemeindevorstand mit dem Ortsbeirat gewichtet, wäre ein günstigeres Konzept möglich gewe-sen, sagte Pauly – etwa ein An-bau an den großen Saal, der als kleiner Saal mit integrierter Bühne diene, ähnlich wie es in Haine gelungen sei. „So wird jetzt ein intakter, wenn auch renovierungsbedürftiger, Saal abgerissen“, kritisierte er. Ob es – wie beim Architekten in Auf-trag gegeben – eine Raum-tei-lung gebe, sei fraglich, weil die Obergrenze von einer Million nicht überschritten werden dürfe. Mit den Investitionen werde der Schuldenstand der Gemeinde dieses Jahr auf mehr als acht Millionen Euro anwachsen, berichtete Pauly.Die FDP und der Koalitionspartner der Bürgerliste Allendorf habe von Anfang bemängelt, das die Gelder aus dem Konjunkturprogramm nur in ein Projekt investiert würden. Die Gegenvorschläge hätten „gegen die Blockbildung von CDU und Bürgerliste Ortsteile und großer Teile der SPD“ aber keine Mehrheit gefunden. (r)

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