Petri-Kirche in Viermünden wurde saniert und verschiefert

Fleißige Handwerker: Kirchenvorstand und weitere ehrenamtliche Helfer haben bei der Sanierung der Viermündener Petri-Kirche mit angepackt und rund 200 Stunden an Eigenleistung erbracht. Foto:  Battefeld

Viermünden. Wo vorher Fachwerk war ist jetzt Schiefer: Der Ostgiebel der Viermündener Petri-Kirche - also die Seite, die von der Hauptstraße aus einsehbar ist - wurde für rund 12 500 Euro mit Naturschiefer verkleidet.

Die Arbeiten hat der Herzhäuser Dachdeckermeister Jürgen Wolf ausgeführt.

Da unter anderem auch die Strebenpfeiler am Fuß der Kirchenmauern saniert werden mussten, habe man ursprünglich 70.000 Euro Gesamtinvestitionskosten veranschlagt, teilte Heinrich Jammer vom Bauausschuss des Kirchenkreises mit. Durch mehrere Arbeitseinsätze des Kirchenvorstandes sowie weiteren ehrenamtlichen Helfern, sei jedoch „ein erkleckliches Sümmchen“ eingespart worden. Den genauen Betrag könne er allerdings erst dann beziffern, wenn die Rechnungen der an der Sanierung beteiligten Firmen eingegangen seien.

Das Team um Kirchenvorsteher Robert Schmidt hatte nicht nur vor der Verschieferung ein Insektenschutzgitter angebracht, sondern auch Strebenpfeiler und Filtersteine um das Gebäude gereinigt. „Sie haben die Strebenpfeiler ausgekratzt, die Fugen freigelegt und neu verfugt“, sagte Jammer. Die entscheidende Ersparnis sei dadurch zustandegekommen, dass man nach der Reinigung auf die ursprünglich vorgesehene Bleiabdeckung habe verzichten können. „Der Kirchenvorstand hat die Erlaubnis bekommen, die Strebenpfeiler offen zu lassen und nicht mit einer Bleiabdeckung zu verschließen - allerdings mit der Auflage, dass man den Zustand regelmäßig überprüft“.

Schmidt, der die Arbeitseinsätze geleitet hat, teilte mit, dass die Helfer über 200 Stunden an Eigenleistung erbracht haben. „Das ist schon eine Hausnummer.“ Vor allem einige ältere, fachlich begabte Gemeindemitglieder hätten sich engagiert. „Wir haben meistens mit vier bis acht Leuten gearbeitet“, sagte Schmidt, der schätzt, dass durch den ehrenamtlichen Einsatz 6000 Euro eingespart worden seien.

„Wir wollen den ursprünglichen Charakter der Kirche soweit wie möglich erhalten“, betonte der Diplom-Ingenieur. Wie bereits berichtet, hatte es im Vorfeld Kritik an der Verschieferung des Fachwerks gegeben. Vor allem Dr. Mike Schwarz hatte sich dafür eingesetzt, das ursprüngliche Fachwerk zu erhalten. Der ehemalige Viermündener hat mittlerweile einen Kalender mit alten Ansichten seines Heimatortes herausgegeben, dessen Erlös für die Sanierung der Petrikirche bestimmt ist.

Wer Interesse an dem Kalender mit historischen Aufnahmen von Viermünden hat kann unter webmaster@viermuenden.com ein Exemplar bestellen. Weitere Infos auf www.viermuenden.com

Von Susanna Battefeld

Was sich in einer Schatulle befindet, die in das Gebäude eingebaut wurde, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der Frankenberger Allgemeinen.

Quelle: HNA

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