Parlament in Allendorf

Pez: "Schluss mit der Flickschusterei"

+

Allendorf (Eder) - Die Gemeinde Allendorf hat etwas, um das sie viele Kommunen beneidet: Einen ausgeglichenen Haushalt. Den hat das Parlament am Mittwoch einstimmig verabschiedet. Nicht so einig sind sich die Fraktionen hingegen, wenn es um die Renovierung des Allendorfer Bürgerhauses geht.

In den Sitzungen der Ausschüsse zeichnete es sich schon ab: Bürgermeister Claus Junghenn wollte 200.000 Euro für eine Innensanierung des Allendorfer Bürgerhauses mit dem Haushalt 2013 verabschiedet wissen. Die CDU und die BLO strichen den Ansatz allerdings um die Hälfte ein. Diese 100.000 Euro sollen nach Wunsch der beiden Fraktionen nicht für „eine Übertünchung mit etwas Farbe“ verwendet werden, sondern lediglich für anfallende Reparaturen. Mit den frei werdenden 100.000 Euro soll hingegen in die Planungen für eine grundlegende Sanierung eingestiegen werden.

„Von Wohlfühlambiente kann hier schon lange nicht mehr die Rede sein“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Hofmann in seiner Rede zum Haushalt. Das „erste Haus am Platz“ müsse wieder attraktiver für Vereine und private Feiern gestaltet werden. Auf Hofmanns Wunschzettel stehen unter anderem mehr Licht und eine bessere Akustik im großen Saal, eine Modernisierung der Toiletten und eine Neugestaltung des Eingangsbereichs und des Untergeschosses. Er nannte auch moderne Technik und eine funktionierende Lüftungsanlage. „Kurz gesagt ein modern eingerichtetes und gestaltetes, freundliches Gebäude auf dem technischen Stand von 2013“, fasste der Christdemokrat zusammen. Wichtig sei es der CDU ebenfalls, dass die Verwaltung barrierefrei umgebaut wird. Dafür soll ein Fahrstuhl eingebaut werden. Für die Sanierung des Bürgerhauses und den Fahrstuhl soll laut Hofmann zunächst eine halbe Millionen Euro in den Investitionsplan 2014 aufgenommen werden.

„Kann man drüber nachdenken. Schadet auch nicht, wenn es da drin steht“, entgegnete der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Hofmann. „Ob es realisierbar ist, bleibt abzuwarten.“ Unterstützung fanden die Christdemokraten wie erwartet bei der BLO: „Schluss mit der Flickschusterei und her mit einem zukunftsfähigen Konzept“, sagte Günther Pez.

In den Haushaltsreden thematisierten die Gemeindevertreter nicht nur die Diskussion um das Allendorfer Bürgerhaus. Klaus Hofmann hielt die Verwaltung und den Gemeindevorstand dazu an, die Gebührenhaushalte ständig im Blick zu behalten: Einen kleinen Überschuss gebe es nur beim Abwasser. Pauly: „Maß halten“ Das Minus beim der Müllentsorgung sei klein, dafür steige das Defizit im Wasserhaushalt von 40.000 Euro auf 111.000 Euro an. Es sei nötig, „lenkend einzugreifen, wenn die Haushalte aus dem Ruder zu laufen drohen“. Wie die CDU und die BLO erklärte auch er, dass die SPD dem Haushalt dennoch zustimme.

Kritische Worte fanden Klaus Hofmann (SPD) und Erhard Pauly (FDP) allerdings für die von der BLO geforderte Trennwand in der Sport- und Kulturhalle in Battenfeld. „Wir leisten uns sehr komfortable Investitionen, die auch notwendig sind“, betonte Pauly. „Aber hier ist Maß zu halten.“ Er stellte die Frage, ob eine Trennwand nötig sei, wenn es ähnliche Raumkonzepte in drei Kilometer entfernten Bürgerhäusern gebe. Die SPD rief in Erinnerung, dass die Idee vom Gemeindevorstand bereits mehrfach aus finanziellen und funktionellen Gründen abgelehnt worden sei.

Kommentare