Frankenberg

Pfarrerin Petra Hegmann aus Fulda wird neue Dekanin

- Frankenberg (jos). Seit dem Weggang von Ute Zöllner zum 1. Mai ist das Dekanat auf der Burg verwaist. Im September übernimmt dort Petra Hegmann das Amt der Dekanin. Das teilte die Landeskirche am Dienstag mit.

Bereits Ende Mai hatte Bischof Dr. Martin Hein die 44-jährige Gemeindepfarrerin und stellvertretende Dekanin aus Fulda dem sogenannten Dekanfindungsausschuss in Frankenberg vorgestellt. Offenbar waren die Vertreter aus dem Kirchenkreis und seinen Gemeinden mit der Wahl des Bischofs einverstanden – eine Ablehnung des Vorschlags wäre allerdings auch ein Affront gegenüber Hein gewesen, berichten Insider.

Wenngleich somit bereits seit einiger Zeit mehr oder weniger feststeht, wer die Nachfolge von Ute Zöllner antreten wird: Die Mitglieder des Dekanfindungsausschusses haben „dichtgehalten“ und keine Informationen durchsickern lassen. Erst nachdem am Montag auch der Rat der Landeskirche formell dem Vorschlag des Bischofs zugestimmt hat, teilte der Sprecher der Landeskirche am Dienstag mit: Petra Hegmann wird Dekanin des Kirchenkreises Frankenberg.

Zuvor war in Kirchenkreisen unter anderem der Name 
Gudrun Neebe heiß gehandelt worden. Die Theologin aus Simtshausen hat eine Führungsposition bei der Landeskirche in Kassel inne und darüber hinaus einen Predigtauftrag in Bottendorf. Doch spätestens am Dienstag erwiesen sich die Spekulationen um Gudrun Neebe als falsch.

Dass die stellvertretende Dekanin Eva Brinke-Kriebel das Amt übernehmen könnte, sei indessen zu keinem Zeitpunkt eine Option gewesen, hatte die Gemeindepfarrerin aus Löhlbach im Mai auf FZ-Nachfrage erklärt. Es sei nicht vorgesehen, dass Pfarrer aus der Kollegen-Rolle heraus zu Vorgesetzten würden.

Mit Petra Hegmann übernimmt zwar eine Gemeindepfarrerin das Amt der Dekanin – allerdings kommt sie nicht aus dem heimischen Kirchenkreis, sondern aus Fulda nach Frankenberg. Die 44-Jährige übernimmt das Amt am 1. September. Vakant ist die Stelle bereits seit dem 1. Mai. Zu diesem Zeitpunkt hat die ehemalige Dekanin Ute Zöllner die Leitung der psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen in Kassel übernommen.

Petra Hegmann wurde 1966 in Hünfeld im Kirchenkreis Fulda geboren. Nach ihrem Abitur im Jahr 1985 absolvierte sie zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kirchengemeinde Hülsa (Kirchenkreis Homberg); dabei wurde sie mit Besuchsdiensten, Krankenpflege, Seniorenbetreuung und der Mitarbeit in Gottesdiensten betraut und gewann somit erste Einblicke in die Gemeindearbeit. Im Jahr 1986 begann Hegmann ihr Studium der Evangelischen Theologie an der kirchlichen Hochschule in Bethel, das sie später an den Universitäten in Heidelberg, Halle und Marburg fortsetzte.

Von 1993 bis 1995 war sie als Vikarin in der Kirchengemeinde Vellmar-Mitte (Kirchenkreis Kaufungen) tätig; 1995 wurde sie durch Bischof Dr. Zippert in der Stadtkirche Bad Hersfeld ordiniert. Strukturreform in Fulda Seit 1995 versieht Hegmann ihren Dienst als Gemeindepfarrerin an der Versöhnungskirche in Fulda. Von 2001 bis 2007 hatte sie den Vorsitz über die evangelische Gesamtgemeinde Fulda übernommen. In diese Zeit fällt laut Mitteilung der Landeskirche auch der Beginn einer Strukturreform und die Verständigung über die Aufgaben der Gesamtgemeinde Fulda unter veränderten finanziellen und demografischen Bedingungen.

Seit 2008 ist Petra Hegmann die Vertreterin des Dekans des Kirchenkreises Fulda. Fortbildungen unternahm Pfarrerin Hegmann unter anderem im Bereich der Aussiedlerarbeit, der Spiritualität und des Mentorings für Frauen in der Kirche. In ihrer Freizeit liest Petra Hegmann gerne, hört Musik von Klassik bis Pop, fährt Fahrrad und wandert gerne.

Ein Interview mit der neuen Dekanin lesen Sie in der FZ am Mittwoch.

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