Synoden der Dekanate Biedenkopf und Gladenbach: Bemessungssystem war Thema

Pfarrstellen auf Prüfstand

Biedenkopf/Gladenbach. Die Zukunft der Region zwischen Wetzlar und dem Oberen Edertal und des kirchlichen Leben waren die bestimmenden Themen bei der gemeinsamen Synodaltagung des Evangelischen Dekanats Gladenbach und des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Biedenkopf.

Unter Leitung der Vorsitzenden der Dekanatssynoden Präses Frank Schmitt aus Allendorf (Biedenkopf) und Präses Joachim Lies (Gladenbach) diskutierten die rund 100 Synodalen über die Pfarrstellenentwicklung, die weitere Zusammenarbeit der Dekanate und missionarische Aktionen wie Glaubenskurse.

In einer ausführlichen Diskussion sprachen sich die Synodalen dafür aus, trotz des Bevölkerungsrückgangs die Pfarrstellen in den Gemeinden nicht unverhältnismäßig zu kürzen.

Das nun neu vorgeschlagene Bemessungssystem berücksichtige lediglich die Kriterien Gemeindegliederzahl und Fläche für die Errichtung einer Pfarrstelle, lasse aber den arbeitsintensiven Bereich der Kindertagesstätten und die Zahl der Predigtstätten außer Acht. Von der gemeinsamen Zukunft der beiden Dekanate berichtete der Biedenkopfer Präses Frank Schmitt. Sein Gladenbacher Amtskollege Joachim Lies erinnerte daran, dass die Landeskirche die Reform der mittleren Ebene bis 2016 abschließen und die Zahl der Dekanate reduzieren wolle. „Dadurch ist die Diskussion um die Fusion der Dekanate wieder in Gang gekommen.“

Weiter erinnerte Lies an die Gründung der Lokalen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), dem er einige Bedeutung beimesse: Da immer mehr Menschen das Basiswissen für gefestigten christlichen Glauben fehle, liefen sie Gefahr, falschen Heilslehrern in die Arme zu laufen oder sich eigene Religionsinhalte zusammen zu stricken. Christen seien „in die Welt gestellt“ und sollten durch ihr Tun und Lassen im Alltag Beispiel geben.

Ideenmesse in Wiesbaden

Solche Vorschläge stießen auf offene Ohren bei Dr. Till Schümmer, der für die EKHN-Ideenmesse für Kirchenvorstände und Mitarbeitende am 22. September in Wiesbaden warb: Projekte wie Geburtstagsbriefe an Kirchenmitglieder, der vielfach nachgeahmte „Treffpunkt Adventskranz“ oder die Fastenhotline seien geeignet, um sie nicht nur hessenweit vorzustellen und Nachahmer anzuregen.

Haushalte angenommen

Getrennt beschäftigten sich die Synodalen mit dem Haushalt ihres Dekanats und der Diakoniestation. Der Gladenbacher Haushaltsplan schließt bei einem Gesamtvolumen von mehr als 703 000 Euro mit einem kleinen Überschuss ab. Zusammen mit der Diakoniestation umfasst der Haushalt rund 2,73 Millionen Euro. Für Biedenkopf stellte die stellvertretende DSV-Vorsitzende Liesel Hallenberger den etwa 1,7 Millionen Euro umfassenden Haushalt vor. Der Anteil der Diakoniestation hieran macht rund 1,09 Mio. Euro aus. Beide Haushalte wurden einstimmig angenommen. (nh/off)

Quelle: HNA

Kommentare