Gemünden

Plastikflaschen-Fabrik heizt Badegästen ein

- Gemünden (gl). Abwärmeleitung vom Gemündener Alpla-Werk zum Freibad ist nach nur sechs Wochen Bauzeit in Betrieb. Durch die Nutzung der Industrie-Wärme kann die Stadt Gemünden jährlich etwa 27 000 Liter Heizöl einsparen.

Während die Lufttemperatur gestern morgen gegen 10 Uhr bei etwa 15 Grad lag, konnten die Frühschwimmer im Gemündener Freibad das 25 Grad warme Wasser genießen. Im Kinderbecken waren es sogar noch einmal zwei bis drei Grad mehr. Seit wenigen Tagen ist die vom 700 Meter entfernten Alpla-Werk kommende Abwärmeleitung in Betrieb (die FZ berichtete über den Entscheidungs- und Bauprozess). Sie liefert gut 48 Grad warmes Kühlwasser an den Wärmetauscher im Heizraum des Schwimmbades. Das Wasser von Alpla gibt die Wärme an das Schwimmbadwasser ab, bevor es wieder zurück ins Werk fließt. „Mit Heizöl konnten wir das Wasser nur auf etwa 21 Grad aufheizen – durchschnittlich hat die Stadt Gemünden dafür etwa 27 000 Liter Heizöl jährlich einkaufen müssen“, erklärte Bürgermeister Frank Gleim. Da die Wärme nun immer fließt, freue er sich darauf, dass die Badesaison im nächsten Jahr voraussichtlich länger ausfallen dürfte. „Wir planen wegen Nachfragen vieler Schwimmer auch Veranstaltungen wie etwa Abendschwimmen anzubieten“, sagte Gleim. Einen ersten Vorgeschmack darauf kündigte er bereits an, denn das offizielle „Nahwärme-Eröffnungsschwimmen“ mit verlängerter Öffnungszeit bis 22 Uhr und Badeaufsicht der DLRG findet am nächsten Freitag, den 13. August, statt. Gleim lobte die Stadtverordneten und den Magistrat, die den politischen Willen gezeigt hätten, das Projekt schnell durchzusetzen. Mit Hilfe der EGF als Generalunternehmer und der ausführenden Firma Wilhelm Möbus sei eine Bauzeit von nur etwa sechs Wochen realisierbar gewesen. 170 000 Euro werde die Maßnahme wohl kosten. Eine Investition, die sich laut Bürgermeister Gleim zeitnah lohnen dürfte, denn „die Heizölpreise werden wohl nicht mehr nachhaltig sinken“. Holger Kaiser und Helmut Gleim vom Alpla-Werk erklärten, der Wärmebedarf des Schwimmbades falle kaum ins Gewicht. Täglich müsse die Firma 2000 bis 3000 Kilowatt Wärme „vernichten“, bei der derzeitigen Witterung nehme das Schwimmbad allerdings nur etwa 100 Kilowatt ab – im Herbst und insbesondere in der 14-tägigen Aufwärmphase im Frühjahr soll es aber deutlich mehr sein. „Wir freuen uns trotzdem, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, durch den die Stadt Kosten spart“, erklärt der technische Leiter des Werkes, Helmut Gleim. Auch der Plastikflaschen-Hersteller spare laut Regionalmanager Kaiser einen geringen Betrag. Er erhielt von Bürgermeister Frank Gleim als Dank für die gute Zusammenarbeit eine Badehose mit Firmenlogo und Stadtwappen.Auch die Frühschwimmer genießen die hohen Wassertemperaturen. Gleim freut sich über den Zuspruch: „Die wollen überhaupt nicht mehr raus.“

Kommentare