Vorschlag der Grünen

Platanen sollen Hainbuchen weichen

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Nach Ansicht der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sollte die Stadt kein Geld in den Erhalt der Platanen investieren, sondern sie durch Heinbuchen ersetzen.

Frankenberg - Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen begrüßt die Entscheidung des Landschaftsbeirates, eine Arbeitsgruppe zum Thema Begrünung am Obermarkt und Untermarkt einzurichten.

Die Grünen um Fraktionschef Uwe Patzer hatten bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner CDU einen Antrag in das Stadtparlament eingebracht, in dem sie den Magistrat aufforderten, ein Begrünungskonzept zu erstellen.

Aus Sicht des umweltpolitischen Sprechers der Frankenberger Grünen, Helmut Naumann, besteht nach der Zusammenkunft des Landschaftsbeirates die Hoffnung, dass die Diskussion um die Platanen, die 2011 sehr emotional geführt worden war, „jetzt mit der notwendigen Sachlichkeit geführt wird“. Er sei überzeugt, dass nun alle vom Landschaftsbeirat benannten Akteure die Möglichkeit bekommen, sich aktiv im Sinne einer Problemlösung einzubringen. Für die Grünen sei es dabei wichtig, dass „jetzt die Chance ergriffen wird, eine Lösung zu finden, die zum einen standortgerecht, nachhaltig und finanzierbar ist, und zum anderen den Bedürfnissen der Anwohner, Verkehrsteilnehmer und Bäumen gerecht wird“.

Obwohl bei der Bewertung von Gutachten immer beachtet werden müsse, wer der Auftraggeber der Gutachtens sei, sieht Patzer den Anfangsverdacht seiner Fraktion durch das Gutachten bestätigt. Die Platanen bekommen aufgrund der großen Blattmasse zu wenig Wasser, so dass die daraus resultierenden Folgeschäden wie Pilzbefall und Austrocknen der Äste nur die logische Konsequenz seien. Nach Ansicht der Grünen ist der Erhalt der Platanen an dem Standort nur mit aufwendigen Bewässerungssystemen und erheblichen Pflegeaufwand möglich.

Die Grünen plädieren daher nicht für eine Entscheidung, „die das Problem verlagert, sondern dauerhaft löst“. Sie regen eine stückweise Ersetzung der Platanen durch Hainbuchen an. Hainbuchen seien deutlich widerstandsfähiger und durch eine kleinere Krone auch wesentlich trockenresistenter als Platanen. Aufwendige Schnittmaßnahmen seien aufgrund der natürlichen Baumentwicklung nicht zu erwarten. Die teure Standortsanierung der Platanen durch Bewässerungssysteme und Pflegemaßnahmen könne zugunsten einer ansprechenden Neugestaltung der Baumscheiben entfallen.

„Wir sind uns bewusst, dass eine solche Entscheidung Mut braucht und plädieren daher, den Bedürfnissen von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern, der angespannten Haushaltssituation, und dem Klimawandel Rechnung zu tragen“, betonen Patzer und Naumann. Ihre Forderung: „Pflanzen wir Bäume, die eine Chance haben“.

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