Rengershäuser Dorfmittelpunkt

Platz zum Wohlfühlen

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Wasserspiel, eine vor dem Durchgangsverkehr durch Pflanzstreifen und Findling geschützte Bushaltestelle, Sitzgelegenheiten und liebevolle Details: Über den neugestalteten Rengershäuser Dorfmittelpunkt freuen sich Ortsbeirat, Politik und Verwaltung.

Frankenberg-Rengershausen - Viel wurde gebaut in Rengershausen in den vergangenen drei Jahren: Die gesamte Durchgangsstraße wurde runderneuert. Bautechnisch eher ein Nebenaspekt war da der Dorfplatz. Doch für die Bewohner ist er das wichtigste Element und zugleich auch ein Aushängeschild.

Leise, aber beharrlich plätschert das Wasser aus steinernen Stelen. Fröhlich glucksend rinnt es die Säule hinab und verschwindet wieder im Boden. Wäre es so frühlingshaft wie in den vergangenen Tagen, der Rengershäuser Dorfplatz würde sofort zu einer ausgiebigen Rast einladen. Aufenthaltsqualität, dieses oft für Bahnhof und Fußgängerzone der Kernstadt geforderte Kriterium: in Rengershausen gibt es sie. Und sie soll in dem Luftkurort sowohl den Bewohnern als auch den Besuchern zugute kommen.

Vom „Charme der 60‘er Jahre“ sprach Bürgermeister Rüdiger Heß am Freitagnachmittag, als er den alten Dorfplatz in Erinnerung rief. Der mittlerweile wenig moderne, eher städtische Charakter sollte wieder einer „dörflichen Idylle“ weichen. „Das wurde lange im Ortsbeirat diskutiert und es wurde viele Jahre dafür angespart“, erinnerte der Rathauschef.

Treffpunkt für Bewohner und Rastplatz für Wanderer

Das Ziel war es, den Dorfplatz zu einem echten Treffpunkt zu entwickeln und zugleich die Bushaltestelle für die Schulkinder sicherer zu gestalten. Beides ist nach Ansicht des Dorfbeirates gelungen: Ortsvorsteher Wolfgang Dauber dankte der Stadt, dem Bauhof, dem Magistrat und der Stadtverordneten, aber auch seinem eigenen Gremium für die konstruktive Zusammenarbeit. Und er erinnerte an den früheren Zustand: Wo ehedem eine kleine Mauer den Höhenunterschied zwischen Dorfplatz und Backhaus ausglich – ein kaum zu überwindendes Hindernis – verbindet jetzt eine Treppe die beiden Ebenen. Blumenbeete säumen den Platz. Der Ständebaum markiert den Dorfmittelpunkt weithin sichtbar. Steinbänke mit hölzernen Auflagen laden Wanderer und Rengershäuser zum Verweilen ein.

„Es sind nur noch kleine Restarbeiten zu erledigen“, sagte Bauamtsleiter Karsten Dittmar: So steht etwa eine Pumpe noch nicht, die es den Rengershäusern ermöglichen soll, am Dorfplatz Wasser zu zapfen. Insgesamt hat das Projekt 111000 Euro gekosten – also einen Tausender mehr als veranschlagt. „Dafür haben wir einen drei Kubikmeter großen Tank unter dem Platz installiert“, erklärte der Bauamtsleiter. Eigentlich war nämlich angedacht, Quellwasser aus dem oberhalb gelegenen Berg für den Betrieb des Springbrunnens auf dem Platz zu nutzen. „Aber dann haben wir festgestellt, dass das Wasser dafür nicht reicht und wir mussten umplanen“, erläuterte Dittmar.

Gebaut wurde am Dorfplatz von Mai bis Oktober des vergangenen Jahres – und damit nur einen geringen Teil der insgesamt rund drei Jahre, in denen das Dorf ein optische Frischzellenkur bekommen hat: Die Gehwege entlang der Kreisstraße 126 – der Braunshäuser Straße – erstrahlen hell und freundlich, die Straße ist motorradfreundlich schlaglochfrei.

Positiver erster Eindruck vom Dorf

„Die ersten Reaktionen, die wir bekommen haben, ob von Einwohnern oder Fremden, waren durchweg positiv“, freute sich der Ortsvorsteher. Der erste Eindruck entscheide – und dieser erste Eindruck von Rengershausen habe sich spürbar ins Positive gewandelt. Zugleich werde aber auch die Lebensqualität der Einwohner erhöht. Und Bürgermeister Rüdiger Heß scherzte: „Das wird die Tribüne beim Schützenfest, wenn die Kameraden durch‘s Dorf marschieren“ – und genau so dürfte es wohl kommen. Auch das war wohl eine Intention des Ortsbeirates für den Dorfplatz.

Wenn das Grün der Pflanzen ein wenig weiter gediehen ist, will der Ortsbeirat den Rengershäsuern und vielen Gästen den Dorfplatz in Funktion präsentieren: Am Samstag, 25. April, feiert das Dorf sein über die Walddörfer hinaus bekanntes und beliebtes Backhausfest in der Dorfmitte.

Von Malte Glotz

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