Wer wird neuer Hatzfelder Bürgermeister? FZ-Wahlforum im Bürgerhaus stellt alle Kandidaten vor

Vom Podiumsstuhl auf den Chefsessel - Video

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Beim FZ-Wahlforum im Bürgerhaus auf dem Podium: der für Hatzfeld zuständige Redakteur Mark Adel, die Kandidaten Ralf Schärer, Eckhard Wenzel, Dirk Junker, Oliver Zissel und Werner Keller sowie die Redakteurin Andrea Pauly.Fotos: Malte Glotz

Hatzfeld - Im voll besetzten Bürgerhaus präsentierten sich erstmals alle fünf Kandidaten auf einem Podium.

Er ist der oberste Repräsentant der Stadt, leitet die Verwaltung, ist Sprecher des Magistrats und bringt politische Ideen ein - der Bürgermeister. Fünf Männer wollen wie berichtet bei der Wahl am 4. November Rathauschef werden und die Nachfolge des Sozialdemokraten Uwe Ermisch antreten, der sich nach vier Wahlperioden zurückzieht. In der vorigen Woche haben die fünf Bewerber in der FZ Sachfragen beantwortet. Aber wie geben sie sich? Wie argumentieren sie? Wie „präsidiabel“ sind sie? Diese Fragen lockten am Montagabend mehr als 300 Hatzfelder aus allen Stadtteilen ins Bürgerhaus: Beim FZ-Wahlforum saßen die Kandidaten erstmals alle zusammen auf dem Podium, um sich zwei Stunden lang den Fragen der FZ-Redakteure Mark Adel und Andrea Pauly zu stellen:

Der 41-jährige Diplom-Betriebswirt Ralf Schärer aus Reddighausen tritt für die Bürgerliste Reddighausen an, der 48-jährige Elektroinstallationsmeister Eckhard Wenzel aus Reddighausen für die SPD, der 45-jährige Offizier Dirk Junker aus Rennertehausen für die Bürgerliste Hatzfeld, der 37-jährige Finanzbeamte und Ortsvorsteher Oliver Zissel aus Holzhausen für die Bürgerliste Holzhausen und der 48-jährige kaufmännische Angestellte Werner Keller aus Reddighausen für die CDU.

In vielen Punkten waren sich die Bewerber einig. Etwa: Das Amt des Bürgermeisters sollte nicht beschnitten werden, wie Richard Klos angeregt hatte. Die Hessische Gemeindeordnung regele klar die Zuständigkeiten von Bürgermeister, Magistrat und Parlament. Einigkeit bestand auch darin, das Hatzfelder Bürgerhaus stärker zu nutzen und falls möglich die Gastwirtschaft wieder zu verpachten. Schärer sprach sich für ein „Mehrgenerationen-Café“ aus. Dies führte auch zum Thema Bevölkerungswandel, zur Jugend- und Seniorenarbeit.

Chancen für den Fremdenverkehr sehen alle in der Eröffnung des Ederradweges „R8“ am Samstag. Allerdings müssten Gastronomie und Bettenanbieter mitziehen, um Touristen in die Stadt zu locken.

Fusion fällt durch

Erdgas-Fracking in Nordhessen? Nicht mit den fünfen. Und die schnellen DSL-Anschlüsse sollen bis Jahresende in allen Stadtteilen funktionieren, forderten sie. Den Ortsvorstehern wollen sie im Etat kleinere Summen bereitstellen, damit sie kleine Arbeiten im Dorf in Eigenregie erledigen können. Und bestehende oder drohende Leerstände sollten in einem Kataster erfasst werden, damit die Stadt früher reagieren könne.

Ins Grübeln kamen die fünf, als sie drei Gründe für einen Zusammenschluss Hatzfelds mit Battenbergs benennen sollten - eine Idee, die bekanntlich gescheitert ist. Junker: „Wenn zwei Kranke in ein Bett gelegt werden, kommt nicht ein Gesunder dabei raus.“ Auch im Publikum fand die Fusion wenig Zuspruch, wie eine Abstimmung per Applaus eindeutig bewies.

Die Abrechnung der Gruppenkläranlage, Vorwürfe des Ex- FDP-Stadtverordneten Heinz Friedrich oder Fehlinvestitionen waren weitere Themen. Auch aus dem Saal kamen Fragen.

Aufgelockert wurden die politischen Blöcke durch kleine Spiele. Kenntnisse der Heimat waren gefragt beim Erkennen von Hatzfelder Bildmotiven oder der Lokal-Prominenz von Pfarrerin Gudrun Ungerer bis zu Ex-Landrat Helmut Eichenlaub.

Deutliche Unterschiede zeigten sich, als die Kandidaten aus verschiedenen Genres Bücher auswählen sollten - Zissel nahm Bill Clintons Biografie, Keller einen Asterix-Band, Schärer den Führer für den Lahntal-Radweg, Junker einen Krimi von Frederick Forsyth - und Wenzel den Frankenberger Heimatkalender.

In einer Videoeinspielung umrissen die anderen drei Bürgermeister im oberen Edertal, was sie von ihrem neuen Kollegen erwarten - siehe auch die Glosse. Alle Kandidaten bekannten sich zur weiteren interkommunalen Zusammenarbeit.

Für verdutzte Gesichter sorgte auch die Schlussrunde: Wen aus der Kandidatenschar würden Sie als Bürgermeister zu Ihrem Büroleiter machen? So weit hatten die Kandidaten noch nicht gedacht. Erst gilt es schließlich, den Chefsessel zu erobern.

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