Osterfeld

Politiker wollen einen "Friedwald"

- Allendorf-Osterfeld (ied). Einen Friedhof hat das Walddorf im oberen Edertal nicht. Stattdessen könnte es als einziger Ort im Frankenberger Land bald Bestattungen unter Bäumen anbieten.

Der scheidende Osterfelder Ortsvorsteher Wolfgang Lassek hat bei seinen Mitstreitern von der Bürgerliste Ortsteile (BLO) die Einrichtung eines Friedwaldes oder „Ruheforstes“ für den kleinsten Allendorfer Ortsteil angeregt. Lassek erinnert daran, dass Osterfeld noch immer keinen Friedhof hat. Die Einrichtung war im Gemeindeparlament vor fünf Jahren diskutiert, aber wieder verworfen worden – es gibt keine geeigneten Grundstücke.

In der Idee des Friedwalds sieht Lassek hingegen eine realistisch umsetzbare Alternative zu einem herkömmlichen Friedhof. Die nächsten Friedwalde oder Ruheforste befinden sich in Bad Arolsen und Bad Laasphe.

Vorteile sieht der Ortsvorsteher unter anderem in der ruhigen Lage des Dorfs. Als besten Standort hat Lassek die Schmalhardt mit ihrem alten Eichenbestand oberhalb des Bolzplatzes ins Auge gefasst. Die Einrichtung eines Friedwalds sieht Wolfgang Lassek auch als mögliches gemeinsames Projekt des Mittelzentrums Allendorf/Battenberg an, das man in konzertierter Aktion verwirklichen sollte. „Menschen im mittleren Alter machen sich schon heute Sorgen über eine spätere Grabpflege und sehen im Friedwald eine echte Alternative.“

Der Ortsbeirat Osterfeld befasste sich schon 2001 zum ersten Mal mit der Thematik eines möglichen Friedhofs. Das Vorhaben wurde damals in die langfristige Investitionsplanung der Gemeinde Allendorf aufgenommen. Im Herbst 2004 wurde das Thema erneut vom Ortsbeirat angestoßen und vom Gemeindeparlament befürwortet.

Das Land prüfte 2005 die vorgeschlagenen Grundstücke in der Ortslage. Das Urteil: Keine der Flächen ist für einen Friedhof geeignet. Lediglich auf den Wiesen oberhalb des Forsthauses wäre eine Urnenbeisetzung möglich, hieß es. Dies war vom Ortsbeirat nicht gewünscht.

Es wurden weitere Grundstücke vorgeschlagen, doch entweder konnte sich der Ortsbeirat nicht mit den Eigentümern einigen oder andere Gründe wie Naturschutz oder die Geländestruktur sprachen gegen einen Friedhof.

Im Herbst vergangenen Jahres diskutierte der Ortsbeirat das Thema erneut und kam einmütig zum Schluss, dass anstatt des Friedhofs auch ein Friedwald denkbar sei. Die Mitglieder sahen darin eher eine realistische Umsetzung als bei einem Friedhof. „Die Idee eines Friedwalds findet breite Zustimmung bei den Bürgern“, sagt Lassek.

Den ersten Schritt haben am Dienstag die Parlamentsausschüsse vollzogen: Sie stimmten dafür, statt eines Friedhofs den Friedwald ins Auge zu fassen. Im Investitionsprogramm der Gemeinde waren dafür 50 000 Euro vorgesehen, die im Jahr 2014 ausgegeben werden sollen. Diese Investition soll auf das nächste Jahr vorgezogen werden. Die Entscheidung darüber fällen am nächsten Donnerstag die Gemeindevertreter.

Nach der Kommunalwahl werde die Bürgerliste Ortsteile einen Prüfauftrag an den Gemeindevorstand erteilen, erklärt Wolfgang Lassek. Dann soll ein geeignetes Grundstück gesucht werden.

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