Politikwissenschaftler Dr. Rudolf Speth: „Vereine haben Zukunft“

 Dr. Rudolf Speth

Frankenberger Land. Ob Schützenverein, Wanderverein oder Chor – im Frankenberger Land sind zahlreiche Menschen in Vereinen und viele von ihnen engagieren sich regelmäßig.

„Viele suchen sich Vereine sogar nach den Menschen darin aus“, sagt Politikwissenschaftler Dr. Rudolf Speth von der Universität Kassel im HNA-Interview.

Herr Speth, wie kommt es, dass so viele Menschen in Vereinen aktiv sind?

Speth: In den 60er-Jahren gab es 60.000 Vereine in Deutschland. Dann kam die partizipatorische Revolution nach Ende der 70er und die Zahl der Vereine wuchs kontinuierlich. Inzwischen gibt es in Deutschland 570.000 Vereine. Das lässt sich mit der Modernisierung und Individualisierung unserer Gesellschaft erklären, die Menschen sind aktiver geworden.

Wie meinen Sie das?

Speth: Dass sich die Lebensweise der Menschen verändert hat – sie sind mobiler und geselliger. Die Gesellschaft endtraditionalisiert sich. So werden zum Beispiel mehr Karnevalsvereine gegründet. Früher spielte sich das Leben in Kirchen, Gewerkschaften oder Landwirtschaftsvereinen ab.

Vereine sind also nichts Traditionelles oder Altmodisches?

Speth: Ganz im Gegenteil, das ist ein ganz modernes Instrument. Menschen treffen sich, um etwas zusammen zu machen. Es gibt heutzutage viel mehr Lebensformen als früher, aber eben auch viel mehr Möglichkeiten, nach Gleichgesinnten zu suchen.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Kommentare