Polizei-Jugendkoordinator klärte Eltern über sexuelle Gewalt auf

Kinder stark machen und vor sexueller Gewalt schützen: Das wollen die Schulelternbeirätin Michaela Theis und der Jugendkoordinator der Polizei, Dirk Virnich. Foto: Helmus

Hatzfeld. „Das Schlimmste, was Kindern passieren kann, ist, dass sie von jemand Fremden mitgenommen werden.“ Diesen Alptraum aller Eltern fasste ein Vater bei einer Versammlung in der Hatzfelder Möllenbachschule in Worte.

Dirk Virnich, Jugendkoordinator der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, war einer Einladung des Elternbeirates der Grundschule gefolgt und hielt einen Vortrag über das Thema „Sexueller Missbrauch von Kindern und Sensibilisierung und Schutz des persönlichen Empfindens“. Hintergrund ist ein Workshop für Zweitklässler, der in der kommenden Woche stattfinden soll.

„Opfer sind oft Kinder, sogar Säuglinge“, erklärte Virnich. „Die Täter kommen aus allen Bevölkerungsschichten.“ Auffallend sei, dass meistens verängstigte und zurückhaltende, aber auch vertrauensvolle, folgsame Kinder zu Opfern würden, ebenso Kinder mit geringem Selbstbewusstsein. Die Täter seien nur selten Fremde. „85 bis 90 Prozent sind Beziehungstäter“, sagte Dirk Virnich. Nach seinen Worten kommen die Täter überwiegend aus der Nachbarschaft, dem Familien- oder Freundeskreis.

Die Täter gingen in der Regel planvoll vor und erschlichen sich das Vertrauen ihres Opfers. Um die Tat anschließend zu vertuschen, werde das Opfer erpresst. Virnich: „Es kann eine lange Zeit vergehen, bis jemand etwas merkt.“ Daher sei es wichtig, sehr genau auf Verhaltensänderungen des Kindes zu achten. „Oft will das Kind nicht mehr dahin – oder gerade eben sehr oft“, sagte Virnich.

Nervosität und Unruhe, untypische Aggressivität und andere Verhaltensänderungen seien ein Hinweis auf einen möglichen Missbrauch. „Hinterfragen Sie, wenn Ihnen etwas auffällt“, riet der Polizeibeamte.

Eine Broschüre mit dem Thema „Missbrauch verhindern!“ kann als PDF-Datei auf der Seite www.polizei-beratung.de heruntergeladen werden.

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Von Alexandra Helmus

Quelle: HNA

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