Ein Wagen, drei angebliche Beifahrer

Polizei kontrolliert auffälliges Auto, doch keiner sitzt mehr am Steuer

Geismar/Lichtenfels. Das erleben Streifenpolizisten auch nicht jeden Tag: Als sie ein Auto wegen seiner auffälligen Fahrweise stoppten, um es zu kontrollieren, saß niemand mehr am Steuer. Stattdessen saßen die drei Insassen auf Beifahrersitz und Rückbank.

Alle drei waren alkoholisiert, keiner wollte gefahren sein. Am frühen Samstagmorgen befuhr eine Streife der Polizeistation Frankenberg die Bundesstraße 253 in Höhe der Müllumladestation. Aus Richtung Geismar näherte sich ein Fahrzeug und geriet am Ortsausgang von Geismar leicht ins Schleudern.

Die beiden Beamten vermuteten, dass der Fahrzeugführer die Verkehrsinsel übersehen hatte und schräg darüber gefahren war. Deshalb wendeten die Beamten, fuhren hinter dem Auto her und gaben deutlich Anhaltezeichen, die der Fahrzeugführer jedoch ignorierte, wie es im Polizeibericht heißt. Auch das Martinshorn beeindruckte den Fahrer nicht, er fuhr weiter und kam dabei mehrfach auf die Gegenfahrbahn.

Im Einmündungsbereich zur B 252 hielt das Auto dann plötzlich am rechten Fahrbahnrand an, das Polizeifahrzeug direkt dahinter. Als die beiden Polizeibeamten Sekunden später die Fahrzeuginsassen überprüfen wollten, war der Fahrersitz leer, obwohl niemand das Fahrzeug verlassen hatte. Im Auto befanden sich drei junge Männer aus Lichtenfels im Alter zwischen 18 und 22 Jahren. Einer saß auf dem Beifahrersitz, die beiden anderen auf der Rückbank des Autos.

Keiner der drei jungen Männer gab zu, das Auto gefahren zu sein. Ein Alkotest zeigte dann auch schnell den Grund dafür, warum keiner der drei gefahren sein wollte: „Sie waren alle drei deutlich alkoholisiert und weit jenseits der Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit (1,1 Promille)“, berichtete die Polizei.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft mussten alle drei eine Blutentnahme über sich ergehen lassen. Die Polizei stellte den Wagen sicher und traf alle erforderlichen polizeilichen Maßnahmen. Deshalb sind die Beamten sich auch sicher, dass sie den Fahrer ermitteln können. (nh/jpa)

Quelle: HNA

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