Von Polizisten in Zivil erwischt: Mann verliert Führerschein und Auto

Frankenberg. Polizeibeamte sind immer im Dienst, das musste ein 49-jähriger Mann aus Frankenberg jetzt vor dem Amtsgericht in Frankenberg zur Kenntnis nehmen.

Nachdem er von einem Polizeibeamten, der privat unterwegs war, beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden war, wurde er nun von Richterin Andrea Hülshorst wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, vorsätzlicher Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt. Außerdem muss er 2500 Euro Schadenersatz zahlen, erhält eine Führerscheinsperre für ein Jahr und sechs Monate und sein Autos wird eingezogen.

Ein Polizeibeamter der Polizeistation Frankenberg war am 4. Oktober vergangenen Jahres in der Röddenauer Straße unterwegs, als er den 49-jährigen Mann aus einer Spielhalle kommen sah. Aus seiner dienstlichen Tätigkeit war dem Polizeibeamten bekannt, dass der 49-Jährige nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Diese war dem Mann wegen einer Trunkenheitsfahrt im April 2013 entzogen worden.

Dennoch setzte sich der Mann an das Steuer eines VW Golfs und fuhr los. Mit seinem Privatauto nahm der Polizeibeamte die Verfolgung auf und verständigte seine Kollegen der Polizeistation. Die Fahrt ging quer durch die Stadt bis zur Wohnanschrift des Mannes. Als der Mann aussteigen wollte und den zivilen Polizeibeamten erkannte, gab er Vollgas und flüchtete, der Polizeibeamte hinterher. Kurz darauf sprang der Mann aus seinem Auto und flüchtete zu Fuß.

Noch bevor die Beamten der Polizeistation eingetroffen waren, konnte der Flüchtige von dem Polizeibeamten in Zivil eingeholt und festgenommen werden. Dabei wehrte sich der Mann so vehement, dass er sich losreißen und erneut flüchten konnte. Mit Hilfe eines weiteren Polizeibeamten, der in der Nachbarschaft wohnt und auf das Geschehen aufmerksam wurde, gelang es dann, gemeinsam den Flüchtenden einzuholen und bis zum Eintreffen der Streife festzuhalten. Bei der Festnahme verletzte sich der erste Polizeibeamte schwer an einer Hand. Er brach sich einen Finger und konnte sechs Wochen lang keinen Dienst versehen.

Neben der Verurteilung kommen weitere Kosten auf den Frankenberger zu. Das Land Hessen wird Kosten wegen des Dienstausfalls und die Krankenkasse Behandlungskosten geltend machen. Dies summiert sich laut Kriminalpolizei schnell auf weitere Tausende Euro. (nh/jpa)

Quelle: HNA

Kommentare