Frankenberg

„Positive Spuren im Netz hinterlassen“

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- Frankenberg (da). Das Foto mit dem Bier während der letzten Party, unter Hobbys „Saufen“ und „Party machen“: Schüler kennen oft nicht die Risiken, die Einträge in sozialen Netzwerken bergen. Ein Experte beriet am Mittwoch Jugendliche in der Ortenbergschule.

Schlecht beraten ist, wer negativ im Internet auffällt. „Das Internet vergisst nichts“, sagt Stephan Moers.Der Datenschützer und Sicherheitsberater hat rund 100 Haupt- und Realschüler über das richtige Verhalten auf der weltweiten Datenautobahn informiert. Der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft hatte mit den Wal­deck-Frankenberger Wirtschaftsjunioren Jugendliche der Battenberger Gesamtschule, der Burgwaldschule und der Ortenbergschule eingeladen.„Ohne Facebook und Schüler-VZ geht es fast nicht mehr“, sagt Frauke Syring vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. „Jugendliche stellen oft alles online. Wir wollen sensibilisieren und aufzeigen, wer die Daten noch mit einsehen kann.“

Verteufeln sei aussichtslos, sagt Wolfgang Werth, Lehrer an der Battenberger Gesamtschule und mit Cornelia Schönbrodt Sprecher des Arbeitskreises. Verbieten könne man die Internetnutzung nicht, sagte auch Stephan Moers. „Aber man kann das Medium sinnvoll für sich gebrauchen.“ Er informierte die Schüler über W-LAN-Verschlüsselung, Virenschutz, Profilbildung und Passwörter: „Grundlagen, die für jeden wichtig sind.“ Frauke Syring empfahl, beispielsweise bei der Angabe von Hobbys auf Ehrenämter zu verweisen. „Die Schüler sollen positive Spuren hinterlassen“, bestätigte Moers.

Eigentlich dürfen Personalchefs nicht bei Facebook oder „Wer kennt wen“ nach Bewerbern forschen. Doch zweifellos versuchen sie vor Bewerbungsgesprächen, mehr über den möglichen neuen Mitarbeiter zu erfahren. „Natürlich googelt man zumindest den Namen“, sagte Bert Schulte, Sprecher der Waldeck-Frankenberger Wirtschaftsjunioren. Gegebenenfalls werde dann ein potenzieller Kandidat für einen Arbeitsplatz gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen.Schüler sollen ihre Vorteile präsentieren, „sich ins rechte Licht rücken“, erklärte Schulte. „Neben Schulnoten ist es wichtig, die gesamte Person zu beurteilen.“ Wolfgang Werth ergänzte: „Wir haben viele engagierte Schüler.“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 1. September

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