Viessmann stellt Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für Frankenau vor

Positive Vorzeichen für Nahwärmenetz

+
Die rot markierten Gebäude gehören den möglichen Großabnehmern für Nahwärme, die blau gekennzeichneten Häuser sind Privatgebäude. Für alle, die dazwischen oder in der Nähe liegen, besteht die Möglichkeit, sich anzuschließen.

Frankenau - "Das ist ein sehr, sehr gutes, umsetzbares Projekt" - mit diesen Worten fasste Marco Ohme vom Heiztechnikhersteller Viessmann das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zusammen. Doch ob die zentrale Nahwärmeversorgung für den Frankenauer Stadtkern auch umgesetzt wird, hängt von den vier potenziellen Hauptabnehmern ab.

„Heute Abend wird keine Entscheidung getroffen“, kündigte Bürgermeister Björn Brede schon in seiner Begrüßung an. Zahlreiche Interessierte waren zur Vorstellung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie gekommen, die Marco Ohme, Pasquale Will sowie Thomas Compart von Viessmann präsentierten.Nicht nur für die Bürger, auch für die vier großen „Player“ seien die Ergebnisse neu, betonte Brede.

Die Stadt Frankenau, die evangelische Kirchengemeinde, das Lebenshilfe-Werk Wal­deck-Frankenberg und der Landkreis als Schulträger sind die potenziellen Hauptabnehmer von Wärme aus einem zentralen System. Hinzu kommt ein Gasthaus, dessen Betreiber Interesse an einem Anschluss geäußert hat.

Zusätzlich haben sich bisher 31 private Interessenten gemeldet. Normale Wohnhäuser würden durch eine etwa 60 mal 70 Zentimeter große Übergabestation und zwei schmale Rohre an das Wärmenetz angeschlossen – sie ersetzen die alte Heizungsanlage. Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist auch möglich, wenn zusätzlich Kamin oder Solarthermie vorhanden seien, sagte Marco Ohme, Leiter des Geschäftsbereichs Bioenergiedörfer und -Systeme bei Viessmann, auf Nachfrage aus dem Publikum.

Ohme zeigte in seiner Präsentation die Einsparpotenziale: Auf 20 Jahre gerechnet liege dieses für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 2500 Litern Heizöl pro Jahr und Wartungskosten von 200 Euro bei knapp 62.000 Euro. Noch deutlicher fallen den Berechnungen nach die finanziellen Vorteile für die vier großen Abnehmer aus. Laut Studie könnte die Stadt Frankenau auf die nächsten 20Jahre gerechnet 588.000 Euro sparen, der Landkreis 593.000Euro, die Lebenshilfe 266.000 Euro und die Kirchengemeinde 130.000Euro. Aber nur, wenn diese Großabnehmer sich einig würden, sei das Projekt überhaupt realisierbar, betonten sowohl Björn Brede als auch Marco Ohme.

In den nächsten vier Wochen soll die Entscheidung bei den vier großen Abnehmern fallen. Bis dahin sind noch viele Fragen zu klären, etwa die nach dem Betreibermodell: Oft werde dies über Genossenschaften geregelt, aber auch eine so genannte Contractor-Lösung oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung seien mögliche Alternativen, sagte Ohme.

Mehr lesen Sie in der Freitagausgabe der Frankenberger Zeitung.

Kommentare