Proben im Schafspelz: Zu Besuch bei Krippenspiel-Vorbereitungen

+
Textprobe: Die Hirten gehen mit Betreuerin Anja Müller die Szenen durch. Insgesamt spielen etwa 30 Kinder in dem Krippenspiel mit.

Schreufa. An diesem Adventsmorgen muss Anja Müller gegen einen murmelnden Chor aus Dutzenden Kinderstimmen anreden. "Wir wollen jetzt mit der Probe beginnen, Szene 3!"

Und außerdem: "Heute ist jemand von der Zeitung da und schießt Fotos. Also wollen wir uns auch anstrengen, dass alles klappt." Eine zarte Stimme aus der Kinderecke: "Auf den Bildern sieht man doch gar nicht, ob wir unsere Texte schon können!" Seit Anfang Dezember haben die Kinder aus Schreufa in der Kirche des Ortes geprobt, damit sie beim großen Auftritt am Heiligabend die Texte für das Krippenspiel draufhaben.

Fast 30 kleine Darsteller im Alter von sechs bis zwölf Jahren turnen bei der Probe um den geschmückten Altar herum.

"Also bitte, Szene 3!", ruft Müller und blättert im Drehbuch. "Jetzt kommen Maria, Josef und die Hirten ins Spiel." Noch sind die Proben ein Trockenschwimmen, denn das Bühnenbild rund um den Altar ist noch nicht in seiner vollen Pracht aufgebaut.

Die Leitung über die Proben haben Anja Müller und Marlene Duda. "Ich weiß gar nicht genau, wie lange ich das schon mache", sagt Müller. Es müssen zehn, 15 oder noch mehr Jahre sein, sagt sie.

"Das Üben mit den Kindern macht Freude, weil sie ehrlich sind. Sie sagen ohne Umschweife, wenn ihnen etwas an dem Spiel nicht passt."

Überraschend textsicher präsentieren sich Hirten, Engelchen und Wirt dann beim Üben, nur stimmlich fehlt hier und da noch etwas die Kraft. Bei manchen Sprechparts nützt es auch nichts, dass sich die Eltern auf den Kirchenbänken nach vorne verbiegen und die Ohren spitzen Kinder reden ohne Ton.

"Kein Problem", sagt Müller nach der Probe, "zum Auftritt bauen wir Boxen auf, dann haben die Kinder Mikrofone und jede Zeile ist zu hören."

Mehr lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Jan Schumann

Quelle: HNA

Kommentare