Dreiwöchiger Testlauf in Frankenberger Fußgängerzone

Produkte aus der Region

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Christoph Drylo, Betreiber des Restaurants „Gastraum“ im Nationalparkzentrum in Herzhausen, betreibt für die nächsten drei Wochen einen Regionalladen im ehemaligen „Ihr Platz“-Laden in der Fußgängerzone. Immobilienmakler Rudi Jung (r.) hofft, dass daraus ein langfristiges Angebot wird. Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Drei Wochen lang gibt es im ehemaligen Geschäft "Ihr Platz" in der Neustädter Straße Honig, Liköre, Kosmetik und mehr aus regionaler Produktion zu kaufen. Das Angebot ist ein Testlauf, Start ist am Mittwoch.

In der Vorweihnachtszeit soll in alle leer stehenden Geschäfte in der Fußgängerzone Leben einkehren. Eins der kurzfristigen Angebote könnte langfristig fortbestehen - wenn die Resonanz in den nächsten vier Wochen stimmt. Christoph Drylo, Betreiber des Restaurants „Gastraum“ im Nationalparkzentrum in Herzhausen, richtet vom 3. bis zum 23. Dezember einen Regionalladen im ehemaligen „Ihr Platz“ in der Mitte der Fußgängerzone ein.

Dort sind ab Mittwoch Honig, Liköre, Nudeln, abgepackter Käse und Wurst, Marmeladen und Glühweine, Rapsöl, aber auch Seifen, Badezusätze und Kosmetika aus regionaler Herstellung im Angebot. Außerdem gibt es fair gehandelten Kaffee. Der Laden in Frankenberg wird somit zu einer Außenstelle des Restaurants im Nationalparkzentrum. Auch dort bietet Drylo die regionalen Produkte an, allerdings in weit kleinerem Rahmen.

Das Geschäft stellt Immobilienmakler Rudi Jung zur Verfügung. Als Kosten fallen lediglich die Nebenkosten an - die teilen sich Christoph Drylo und der Kaufmännische Verein. Die übrigen Ausgaben - Personal, Einrichtung, Einkauf - trägt der Gastronom.

Immobilienmakler Jung arbeitet schon lange an der Idee für einen Regionalladen in der Fußgängerzone - nach dem Vorbild einer Kleinmarkthalle, in der die heimischen Produzenten mit ihren Angeboten vertreten sind. Er bedauert, dass sich die Idee nur schwerfällig entwickelt. „Man sollte ja meinen, dass die Direktvermarkter ein Interesse am Verkauf der eigenen Produkte haben.“ Jung hofft aber, dass sich durch Drylos Initiative nun ein Katalysator für diese Form der Vermarktung heimischer Produkte gefunden hat. Schließlich funktionierten solche Konzepte auch andernorts in der Bundesrepublik: „Man muss das Rad nicht neu erfinden.“

Der Regionalladen ist ein Test. Wenn das Interesse in den nächsten drei Wochen groß ist und weitere Direktvermarkter Interesse an einem regelmäßigen Verkauf in der Fußgängerzone zeigen, könnte sich Drylo vorstellen, ab Frühjahr ein festes Angebot einzurichten.

Für die nächsten drei Wochen hat der Gastronom nur einen kleinen Teil des großen Geschäfts abgeteilt und mit Regalen eingerichtet. Platz ist dort genug: Sollte das Angebot langfristig eingerichtet werden, könnten dort etwa 20 Vermarkter ihre Produkte verkaufen.

Der Regionalladen soll keine Konkurrenz zum Landfrauenmarkt in der Rathausschirn sein, sondern eine Ergänzung, betont Christoph Drylo. Auch Rudi Jung sieht in dem Angebot einen Vorteil für alle Beteiligten: Für die Fußgängerzone sei das Angebot ein Gewinn, ein Leerstand verschwinde und die Hersteller von Produkten aus der Region bekommen einen größeren Kundenkreis und mehr Aufmerksamkeit.

Der Regionalladen ist vom 3. bis zum 23. Dezember mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Wer sich noch mit heimischen Produkten beteiligen will, kann sich unter gastraum@gmx.de per Mail an Christoph Drylo wenden.

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