Frankenberg

Projekt: Schüler gestalten ihre Schule

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- Frankenberg (sr). Von der Ernennung der neuen Rektorin und Konrektorin bis zu Hip-Hop-Musik: Die Frankenberger Förderschule feierte am Sonntag ihren runden „Geburtstag“ mit einem Festakt und einem vielseitigen Programm.

Birgit Blum-Stolle ist die fünfte Rektorin in vier Jahrzehnten an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Schulamtsdirektorin Uta Opper-Fiedler überreichte beim Festakt am Samstag die Ernennungsurkunden an die neue Rektorin und ihre Stellvertreterin Elke Mitze. Alle vier Vorgänger in der Schulleitung kamen zum Schulfest: Helga von Bünau (1971 bis 1994), Karl-Heinz Hartmann (1994 bis 1997), Gudrun Alfers-Peter (1999 bis 2009) und Harald Vogler (2010). Blum-Stolle blickte mit einer Bilderschau auf die 40-jährige Schulgeschichte zurück (FZ berichtete am Samstag). Neben dem Jubiläum und der Ernennung der Schulleitung habe die Friedrich-Trost-Schule einen weiteren Anlass zum Feiern: Den Abschluss des zweiten Bauabschnitts bei der Renovierung.

Blum-Stolle freute sich über die neue Aula im ehemaligen Innenhof und die neue Beleuchtung der Klassenräume, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet worden sind. Kritik äußerte sie an nicht mehr vorgesehenen Kleiderhaken, weder im Flur noch in den Klassenräumen. „Selbst gemacht“ hieß das Motto einer Projektwoche, bei der alle Schüler aktiv mithalfen, die Schule zu gestalten: Blumen auf dem Außengelände, Dekorationen in den Fluren oder musikalische Beiträge zum Fest. Bei der Gestaltung eines Wandgemäldes für den Eingangsbereich waren am Samstag alle Gäste zum Malen aufgerufen. – Friedhelm Pfuhl, Leiter des Fachdienstes Schulen beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, betonte, dass Schulen neben dem Bildungsauftrag immer mehr zum Ort der Erziehung würden. Er gab bekannt, dass der Kreisausschuss auch für die Friedrich-Trost-Schule zusätzliche Mittel für die Schulsozialarbeit bewilligt habe.

Der Schulamtsdirektor für Förderschulen, Lothar van Eikels, erläuterte die im neuen Schulgesetz vorgesehene „Inklusion“. Lernbehinderte Schüler sollen vermehrt in Regelschulen gefördert werden. „Es wird uns nicht gelingen, jedes Kind inklusiv zu beschulen“, betonte van Eikels und hob die künftige Bedeutung der Friedrich-Trost-Schule als Beratungs- und Förderzentrum hervor. Grußworte sprachen Frankenbergs Erster Stadtrat Willi Naumann, die ehemalige Schulleiterin Helga von Bünau, die Vorsitzende des Schulelternbeirats, Kathrin Behle, die Vorsitzende des Fördervereins, Doris Koch, und der Schulleiter der Kegelbergschule, Harald Vogler.

Die Schüler sorgten mit musikalischen Beiträgen für eine Auflockerung des Festaktes. – „Alt wie ein Baum“ sangen die Kinder der fünften Klassen. Eine Trommeleinlage auf Regentonnen boten Kevin, Fabian, Natascha und Annika von der Theaterprojektgruppe. Es folgten ein „Flaschentanz“ und ein gemeinsames Lied der Klassen eins bis fünf mit dem Titel „Schule ist mehr“. Auf dem Außengelände unterhielt zuerst das Blasorchester der Frankenberger Ortenbergschule. Später spielte die Rock-AG der Kegelbergschule. Die Kindertanzgruppe des Bottendorfer Heimat- und Kulturvereins zeigte Tänze in historischen Trachten.

In der Turnhalle stellten Schüler ihre selbst gebauten Strandsegler vor. Zum Abschluss sorgte die Marburger Hip-Hop-Gruppe „Auhega“ um S. K. Degama für Unterhaltung und Begeisterung. Die Hauptpreise der Tombola gingen an Thomas Klinge (Ballonfahrt), Marcel Klinge (Basketballkorb) und Luca Deiana (Einrad). Auf großes Interesse stießen Bilderausstellungen zum Namensgeber Friedrich Trost und zur Schulgeschichte mit vielen alten Klassenfotos. Die Frankenberger THW-Jugend mit Kistenstapeln und die Naturschutzjugend mit Nistkastenbau sorgten für Abwechslung.

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