Frankenau

Protest gegen den Tiertransport - Video

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- Frankenau (rou). Vergeblich haben Landkreis, Stadt, Landwirte und mehr als 100 Bürger versucht, den Transport der Schafherde von Mittelhessen nach Frankenau zu verhindern.

Um 16.15 Uhr war es Gewissheit: Im Schritttempo rollte der Lastwagen mit den 100 trächtigen Schafen den Berg hinunter. Vor dem Transporter fuhr Schäfer Holger Backhaus. Für die letzten 500 Meter bis zu dem Stall in dem Frankenauer Seitental benötigte der Lkw mit Hänger sowie das Begleitfahrzeug jedoch fast eine halbe Stunde.

Mehrere Schlepper und Frankenauer Bürger blockierten den Asphaltweg. Einige von ihnen hatten Mundschutz angelegt. Erst nach gutem Zureden von Bürgermeister Björn Brede und von Beamten der Frankenberger Polizeistation machten sie den Weg frei.

Drei Stunden zuvor, um 13.30 Uhr, hatte das Regierungspräsidium Darmstadt bereits den letzten „juristischen Stein“ aus dem Weg gerollt. Die vom Kreis am Donnerstag erlassene Verfügung wurde aufgehoben. Per Anordnung hatte der Kreis dem Schäfer untersagt, Tiere aus der am Q-Fieber erkrankten Herde von Mittelhessen in die Ziegenbockstadt zu bringen.

Die Verlegung der Schafe sei die „fachlich gebotene und einzige verhältnismäßige Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung“, begründete das Regierungspräsidium. Aufgrund der Entfernung von 1000 Metern zum Feriendorf und dem Nationalpark Kellerwald bestehe „keine Gefahr für Leben und Gesundheit von in der Nähe befindlichen Personen“. Die nachweislich am Q-Fieber erkrankten Schafe wurden nicht nach Frankenau gebracht.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Samstag, 10. September.

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