"Es ist vollbracht"

Vom Provisorium zum Feuerwehrhaus

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Über das neue Gerätehaus für die Holzhäuser Feuerwehr freuen sich (von links) Manfred Hankel vom Kreisfeuerwehrverband, Wehrführer Mario Belz, Dirk Riedesel vom Wehrführerausschuss der Hatzfelder Wehren, Stadtbrandinspektor Eckhard Wenzel, Bürgermeister U

Hatzfeld-Holzhausen - „Was lange währt, wird endlich gut“: Diese Bewertung zog sich als roter Faden durch die Feier zur Eröffnung des Holzhäuser Feuerwehrhauses.

„Es ist vollbracht“, freute sich Wehrführer und Vorsitzender Mario Belz über das fertiggestellte Gebäude. Der Weg bis zur Eröffnung war lang – ein neues Gerätehaus stand auf der Wunschliste der Holzhäuser schon seit Jahrzehnten ganz oben. „Es war ein langer, mitunter auch steiniger Weg“, sagte Belz.

Als er 1987 in die Einsatzabteilung eingetreten sei, verfügte die Wehr über ein marodes Spritzenhaus, das zwar erst in den 50er Jahren erbaut worden, aber schon in schlechtem Zustand war. „Es war eine Garage mit einer Werkbank und einem Schrank für Kleinteile.“ Die Einsatzkleidung lagerte zu Hause, Treffen und Unterricht wurden im Dorfgemeinschaftshaus abgehalten.

1993 wurde das neue Fahrzeug in Dienst gestellt und die Situation noch ungünstiger. „Das Rein- und Rausfahren hat so manches Rücklicht gekostet.“ Nachdem eine Wohnung im ersten Stock freigeworden war, hatte die Feuerwehr immerhin eine kleine Umkleide und einen Schulungsraum – „aber auch das war nur ein Provisorium“, sagte Mario Belz.

Denn das Haus wurde immer baufälliger, Schimmel bildete sich. Das Problem war lange bekannt, es gab Pläne für ein neues Gerätehaus und Landeszuschüsse, die aber erst mit zehnjähriger Verzögerung gezahlt werden sollten, erinnerte Bürgermeister Uwe Ermisch.

2007 kam die Stadt dann in Zugzwang: Unfallkasse und Technischer Prüfdienst schlossen das alte Haus und untersagte die Nutzung. „Die Prüfer schlugen die Hände über dem Kopf zusammen“, sagte Stadtbrandinspektor Eckhard Wenzel. Das Einsatzfahrzeug wurde in einer Scheune im Dorf untergestellt, die Kleidung der Kameraden hing im Dorfgemeinschaftshaus.

Stimmen wurden laut, die eine Zusammenlegung der Reddighäuser und der Holzhäuser Wehr forderten – was wegen der dann nicht einzuhaltenden gesetzlichlichen Hilfsfrist allerdings nicht möglich war. Auch Ideen einer „einfachen“ Garage und der gleichzeitigen Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses wurden verworfen.

Stattdessen plante Architekt Peter Dornseif ein zweckmäßiges Gerätehaus, mit Garage, Schulungsraum, Toiletten, Materiallager und einer Umkleide. Die Kosten belaufen sich auf etwa 230000 Euro. Nach dem Baubeginn im Jahr 2008 waren etwa 3000 Stunden an Eigenleistung von insgesamt 65 Helfern notwendig.

Der 80 Mitglieder starke Verein steuerte zudem 7000 Euro an eigenem Geld bei, um Teile der Ausstattung zu finanzieren.

„Das Haus muss mit Leben gefüllt werden“, rief Bürgermeister Uwe Ermisch den Gästen zu. Eine verstärkte Jugendarbeit sei wichtig. Der Neubau sei „eine gelungene Sache“ geworden. Bald werde auch das Gerätehaus in Reddighausen eröffnet – dort wurde die alte Schule umgebaut. Die Bedeutung der Jugendarbeit hob auch Manfred Hankel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, hervor.

An die 20-jährige Planungs- und die vierjährige Bauphase erinnerte auch Ortsvorsteher Oliver Zissel, der zugleich die Bedeutung von Feuerwehren in den Dörfern hervorhob.

Glückwünsche des Wehrführerausschusses überbrachte Dirk Riedesel von der Hatzfelder Feuerwehr.

Im Anschluss an den kurzen Festakt schloss sich der gesellige Teil im Zelt und in der Fahrzeughalle an.

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